Studie: Weltweiter Höchststand an Autokratien

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26.03.2026 06.24Online seit heute, 6.24 UhrDie Zahl der Autokratien weltweit nimmt einer Studie zufolge weiter zu. Inzwischen werden 77 von 137 untersuchten Staaten autokratisch regiert, wie aus dem heute veröffentlichten Transformationsindex 2026 der Bertelsmann Stiftung (BTI) hervorgeht.Dies sei ein neuer Höchststand seit Beginn der Erhebung vor 20 Jahren. Gleichzeitig konstatieren die Autoren der Studie jedoch einen wachsenden gesellschaftlichen Widerstand gegen die Aushöhlung der Demokratie.Beispiele wie Polen und Brasilien zeigten, wie gesellschaftlicher Widerstand den Weg zurück zu mehr Demokratie ebnen könne. Die Verfasser der Analyse beobachten vor allem eine starke Einschränkung politischer Beteiligung sowie das Aushöhlen rechtsstaatlicher Verfahren.„Viele gewählte Regierungen haben demokratische Kerninstitutionen ausgehöhlt, mit dem Ziel, sich an der Macht zu halten“, sagte die Demokratie-Expertin Sabine Donner. „Dieser Machtmissbrauch ebnet den Weg in die Autokratie.“Am deutlichsten seien die Rückschritte bei der Presse-, Meinungs-und Versammlungsfreiheit. Zudem hätten Wahlen in 54 Prozent der untersuchten Länder nicht mehr die demokratischen Mindeststandards erfüllt.„Die vermeintliche Effizienz autoritärer Regime ist ein Mythos“, sagte BTI-Experte Hauke Hartmann. In der Eigendynamik autoritären Regierens müssten Loyalität belohnt und Pfründe gesichert werden. Autokratien seien anfälliger für Bestechung und schnitten bei politischer Gestaltungsfähigkeit und Konsensbildung deutlich schlechter ab als Demokratien.