Caritas und Volkshilfe für verpflichtenden „Armuts-Check“

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25.03.2026 12.30Online seit heute, 12.30 UhrCaritas und Volkshilfe fordern für jede künftige Budgetmaßnahme einen verpflichtenden „Armuts-Check“. Schon die aktuellen Konsolidierungsmaßnahmen hätten jene besonders stark getroffen, die bereits am Limit leben.Gleichzeitig wurden Unterstützungsleistungen für diese Menschen gekürzt. Beim Doppelbudget 2027/28 müsse „Schluss mit Sparen bei den Ärmsten“ sein, forderte Caritas-Präsidentin Nora Tödtling-Musenbichler heute bei einer Pressekonferenz in Wien.Zuletzt sei der Unterstützungsbedarf eigentlich gestiegen, erinnerte die Caritas-Chefin: Die Teuerung belaste die Menschen immer noch, zeitgleich gebe es im Sozialbereich Kürzungen. Die Not armutsgefährdeter Menschen verschwinde aber nicht, nur weil man Budgets streiche, so Tödtling-Musenbichler. „Sie wird größer, komplexer und teurer.“„Dramatische“ Befunde aus der PraxisDie Praxisbefunde dazu seien schon jetzt „dramatisch“, fasste Volkshilfe-Direktor Erich Fenninger die Ergebnisse einer Onlinebefragung von fast 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der beiden Hilfsorganisationen zusammen. 38 Prozent berichteten darin von bereits fixen Einsparungen in ihrem Arbeitsbereich, weitere 42 Prozent befürchten Einschnitte.Am stärksten betroffen sind demnach Kinder, Jugendliche und Familien, Menschen im Asylverfahren oder mit Schutzstatus, gefolgt von Menschen mit Behinderung und chronischen Erkrankungen. Anders als versprochen habe es keine sozial ausgewogene Konsolidierung gegeben, kritisierte Fenninger.Für den Staat brächten die Einsparungen unterm Strich Folgekosten, weil etwa weniger Menschen den Sprung in den ersten Arbeitsmarkt schaffen. Die Probleme seien verschoben worden statt gelöst, kritisierte Tödtling-Musenbichler. „Das ist nicht nur sozialpolitisch problematisch, sondern auch ökonomisch kurzsichtig.“ Psychisch kranke Menschen etwa würden schließlich nicht gesund, nur weil man das sozialpsychiatrische Zentrum schließt.Forderung nach KindergrundsicherungVon der Regierung forderten Tödtling-Musenbichler und Fenninger mit Blick auf das kommende Doppelbudget, dass jede Maßnahme daraufhin geprüft werden muss, wen sie betrifft und welche Auswirkungen und Folgekosten sie erzeugt. Dabei dürfe es „keine Spaltung nach Herkunft und Leistungsfähigkeit geben“, so die Caritas-Präsidentin.Der Staat müsse seine soziale Verantwortung wahrnehmen und finanziell Verantwortung für die verletzlichsten Gruppen der Gesellschaft übernehmen. Einmal mehr forderten die beiden NGOs eine bundesweit einheitliche Sozialhilfe, die Armut wirklich verhindert, mit besonderem Fokus auf Kinder, sagte Fenninger. Er erinnerte daran, dass eine Kindergrundsicherung im Regierungsprogramm steht.