30.03.2026 23.18Online seit heute, 23.18 UhrMitglieder der Bande „Gran Grif“ haben in Haiti nach Angaben einer Menschenrechtsgruppe mindestens 70 Menschen getötet. Weitere 30 Personen seien in der haitianischen Region Artibonite bei dem Überfall verletzt worden, teilte die Organisation „Collective Defending Human Rights“ gestern mit.Die Polizei hatte zunächst 16 Tote gemeldet, der Zivilschutz sprach von 17 Todesopfern. Ein Sprecher des UNO-Generalsekretärs nannte Schätzungen von zehn bis 80 Toten. Außerdem verurteilte er den Angriff.Region gilt als Kornkammer des LandesDie Bande „Gran Grif“ hatte nach Angaben des örtlichen Zivilschutzes Sonntagfrüh angegriffen. Fast 6.000 Menschen mussten der Menschenrechtsgruppe zufolge aus ihren Häusern fliehen. Die Organisation warf den Behörden vor, die Region den bewaffneten Gruppen zu überlassen. Artibonite gilt als Kornkammer Haitis.Dort kommt es zunehmend zu Gewalttaten, da sich der Konflikt der Banden um Vorherrschaft über die Hauptstadt Port-au-Prince hinaus ausweitet. Nach UNO-Berichten sind bereits über 2.000 Menschen im nahegelegenen Verrettes durch Überfälle vertrieben worden.Drei Mio. Dollar Belohnung ausgesetztDie USA hatten im März eine Belohnung von bis zu drei Millionen Dollar für Informationen über die finanziellen Aktivitäten von „Gran Grif“ und der Gruppe „Viv Ansanm“ ausgesetzt.Haitianische Sicherheitskräfte gehen derzeit mit Unterstützung einer internationalen UNO-Truppe und eines privaten US-Militärunternehmens gegen die Banden vor. Diese kontrollieren den Großteil der Hauptstadt. Seit 2021 sind in Haiti fast 20.000 Menschen getötet worden. Mehr als eine Million Einwohner wurden durch den Konflikt vertrieben, was die Ernährungslage in dem Karibikstaat verschärft hat.