Unterrichtsmaterial: Lehrkräfte zahlen oft aus privater Kassa

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30.03.2026 12.17Online seit heute, 12.17 UhrIn Österreich ist es die Norm, dass Lehrkräfte Materialien für den Unterricht aus eigener Tasche bezahlen, zeigt eine heute veröffentlichte Onlineumfrage von Österreichischem Schulbuchverlag (öbv) und Universität Linz mit rund 2.000 Teilnehmenden.Im Median geben sie pro Jahr 300 Euro aus, nur ein Prozent investiert nie Privatgeld in die Arbeit. Studienautor Christoph Helm (Uni Linz) sieht die Ergebnisse als Hinweis, dass es Schulen teils an notwendigen Materialien und Ausstattung fehlt.Unabhängig von Schultyp, Bundesland und Zusammensetzung der Schülerschaft am Standort finanziere eine deutliche Mehrheit der Pädagoginnen und Pädagogen zumindest einen Teil der benötigten Unterrichtsmaterialien selbst, vor allem an den Pflichtschulen (v. a. Volks- und Mittelschulen), heißt es im Projektbericht zur nicht repräsentativen Erhebung.Dabei geht es laut öbv-Aussendung entweder um Ausgaben, die im Schulsystem nicht vorgesehen sind, oder eine Vielzahl von Kleinstbeträgen, die nicht abgerechnet werden können.Arbeitshefte, Lern-Apps, KopiervorlagenÜber alle Schultypen hinweg stecken die meisten Befragten (77 Prozent) Geld in Materialien, die unmittelbar in den Schulstunden eingesetzt werden – etwa Arbeitshefte und Kopiervorlagen. In den Volksschulen besorgen sogar 91 Prozent auf eigene Kosten zusätzliche Lernmaterialien.61 Prozent schaffen privat digitale Geräte an, die sie für die Arbeit brauchen. Vier von zehn kaufen Material zur Schularbeitsvorbereitung bzw. Lernstandserhebung oder digitale Tools wie Lern-Apps.ÖBV fordert Diskussion über SchulausstattungZwar seien nicht alle genannten Ausgaben für den Unterricht zwingend nötig, wurde in einer Aussendung des öbv betont. Wenn aber grundlegende Arbeitsmittel, digitale Infrastruktur und Lehr- und Lernmaterialien privat finanziert werden müssten, verlagere sich die finanzielle Verantwortung schleichend auf die Schultern der Lehrkräfte.„Wenn private Beiträge zur stillen Voraussetzung für guten Unterricht werden, braucht es eine ehrliche Diskussion über die Ausstattung unserer Schulen“, so öbv-Geschäftsführer Philipp Nussböck.