29.03.2026 09.27Online seit heute, 9.27 UhrDie in Österreich im internationalen Vergleich hohe Teilzeitquote unter Lehrkräften ist zuletzt weiter gestiegen. In den Pflichtschulen (Volks-, Mittel-, Sonder- und Berufsschulen, Poly) haben im aktuellen Schuljahr 35 Prozent keine volle Lehrverpflichtung, in den Bundesschulen (AHS, berufsbildende mittlere und höhere Schulen/BMHS) sind es rund 38 Prozent.Eine volle Lehrverpflichtung umfasst seit dem 2019 eingeführtem neuen Dienstrecht je nach Fach und Schultyp 20 bis 24 Wochenstunden plus Vor- und Nachbereitung sowie Korrekturen, davor waren es 17 bis knapp 27 Wochenstunden. Im Westen ist der Anteil der Teilzeitkräfte laut aktuellen Zahlen des Bildungsministeriums weiterhin besonders hoch.Frauen deutlich öfter in TeilzeitEine Analyse des Rechnungshofs (RH) aus 2025 zeigt darüber hinaus deutliche Unterschiede beim Arbeitsausmaß nach Geschlecht und Qualifikation. Während im Schuljahr 2023/24 an den Bundesschulen rund 43 Prozent und an den Pflichtschulen knapp 38 Prozent der weiblichen Lehrkräfte keine Vollzeitstelle hatten, waren es unter ihren männlichen Kollegen 26 bzw. 22 Prozent.Unter Quereinsteigern, die ohne klassisches Lehramtsstudium an Schulen unterrichten, war das Beschäftigungsausmaß wiederum deutlich geringer als im allgemeinen Durchschnitt (73 Prozent gegenüber 84). Im aktuellen Schuljahr hat diese Gruppe zwölf Prozent der Neuanstellungen ausgemacht.Schutzklausel für JunglehrerEin Grund, der laut Bildungsressort zuletzt die Teilzeitquoten noch einmal erhöht hat, sind außerdem die neuen Regeln für Junglehrer, die schon mit dem Bachelorabschluss im Klassenzimmer stehen und parallel zum Unterrichten den Master absolvieren.Wegen des Lehrermangels wurden sie in den vergangenen Jahren trotz Doppelbelastung oft für sehr viele Stunden eingeteilt, seit Herbst 2025 dürfen sie zum Schutz vor Überlastung grundsätzlich nur noch maximal eine halbe Unterrichtsverpflichtung bekommen.Laut RH-Bericht ist eine Vollbeschäftigung zwar auch wegen „diverser systemimmanenter Faktoren“ wie einem unterschiedlich hohen Bedarf an Lehrfächern oder dem komplexen Werteeinheitensystem nicht immer möglich. Eine Reduktion der Teilzeitquote nannte der Rechnungshof als Maßnahme gegen den Lehrermangel trotzdem „unabdingbar“. Zurück zur StartseiteORF.atNicht alle Bilder konnten vollständig geladen werden. Bitte schließen Sie die Druckvorschau bis alle Bilder geladen wurden und versuchen Sie es noch einmal.