31.03.2026 09.44Online seit heute, 9.44 UhrEU-Chefdiplomatin Kaja Kallas und rund ein Dutzend europäische Außenministerinnen und -minister haben heute bei einem Besuch in der Ukraine der Opfer des Massakers von Butscha vor vier Jahren gedacht. Die Spitzenpolitiker stellten in der von Gräueltaten gezeichneten Kleinstadt nahe Kiew Kerzen vor eine Gedenkwand. Österreich wurde von Staatssekretär Josef Schellhorn (NEOS) vertreten.Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha hatte die EU-Delegation im Bahnhof von Kiew begrüßt. Die starke europäische Präsenz zeige, dass es unausweichlich sei, Russland für seine Gräueltaten zur Rechenschaft zu ziehen, sagte Sybiha.„Eine umfassende Aufklärung der russischen Verbrechen ist unerlässlich, um die Gerechtigkeit in Europa wiederherzustellen“, betonte er. Die Botschaft an Russland laute, dass die Verantwortlichen für diesen Krieg und die begangenen Verbrechen nicht ungestraft davonkommen dürften, sagte auch der deutsche Außenminister Johann Wadephul (CDU).Die Kleinstadt Butscha war in den ersten Kriegstagen im Frühjahr 2022 von russischen Truppen besetzt worden. Nach ihrer Befreiung durch die ukrainischen Streitkräfte wurden in den Straßen getötete Zivilisten gefunden – manche mit gefesselten Händen. Die Stadt wurde damit zum Symbol für russische Kriegsverbrechen. Die Vereinten Nationen bestätigten später in einem Bericht den Tod von Dutzenden Zivilisten.Ukrainischen Angaben zufolge wurden in Butscha mehr als 400 tote Zivilisten registriert. In der Region insgesamt waren es mehr als 1.300 – darunter mehr als 700, die erschossen wurden. Russische Offizielle weisen den Vorwurf eines Kriegsverbrechens bis heute zurück und sprechen von einer Inszenierung.