30.04.2026 17.34Online seit heute, 17.34 UhrIn Myanmar ist die mehrfach verurteilte Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi vom Gefängnis in den Hausarrest verlegt worden. Die verbleibende Haftstrafe sei „in Hausarrest umgewandelt“ worden, erklärte Präsident Min Aung Hlaing heute. Auch staatliche Medien hatten bereits darüber berichtet.Suu Kyis langjährige Haftstrafe war zuvor bereits um ein Sechstel reduziert worden. Zuletzt war die Strafe der 80-Jährigen im Rahmen einer größeren Amnestie bereits um ein Sechstel verkürzt worden.Die frühere De-facto-Regierungschefin war 2021 wegen einer Reihe von Vorwürfen insgesamt zu 27 Jahren Haft verurteilt worden, die ihre Anhänger und Anhängerinnen als politisch motiviert bezeichnen. Eine Stellungnahme der Militärregierung gab es nicht.Die Vorwürfe gegen Suu Kyi reichen von Anstiftung zum Aufruhr über Korruption und Wahlbetrug bis zu Verrat von Staatsgeheimnissen. Suu Kyi hat alles zurückgewiesen. Ihr Lager sieht die Urteile als Mittel, um die international bekannte Politikerin von der Macht fernzuhalten.Ein Sohn von Suu Kyi hatte Anfang September wegen des Gesundheitszustands seiner Mutter deren sofortige Freilassung gefordert. Suu Kyi leide unter zunehmenden Herzproblemen und benötige dringend ärztliche Hilfe.Der myanmarische Präsident Min Aung Hlaing hatte 2021 einen Militärputsch gegen die demokratisch gewählte Regierung unter Suu Kyi angeführt. Seitdem wird das südostasiatische Land von einem Bürgerkrieg erschüttert: Zehntausende Menschen wurden getötet, Millionen vertrieben.