03.05.2026 07.59Online seit heute, 7.59 UhrFast 10.000 Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen und -personal innerhalb von gut zehn Jahren haben die Vereinten Nationen und Hilfsorganisationen dokumentiert.Anlass für diese Bilanz ist der heutige 10. Jahrestag der Resolution 2.286 des Weltsicherheitsrates, mit der sich die Weltgemeinschaft verpflichtet hat, medizinisches und humanitäres Personal sowie deren Infrastruktur, Transportmittel und Ausrüstung zu schützen.„Die Staaten haben bei ihrer Verpflichtung versagt“, sagte Michael Keeffe vom Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK). Der internationale Präsident von Ärzte ohne Grenzen, Javid Abdelmoneim, sieht eine starke Zunahme von Attacken in den vergangenen zwei Jahren. „Was einst als Ausnahme galt, ist heute zur Normalität geworden.“Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat in einer Datenbank knapp 10.000 Angriffe seit 2015 erfasst und verifiziert, ebenso rund 5.200 Todesfälle von Gesundheitspersonal und fast 8.000 Verletzungen in 26 Ländern und Territorien. In den ersten Jahren waren die Erhebungen noch spärlich. Die WHO geht davon aus, dass die Zahlen deutlich höher sind.2025 gab es laut Angaben etwa 1.400 Angriffe. Dabei wurden fast 2.000 Menschen getötet, rund doppelt so viele wie im Jahr davor. Die Organisationen machen keinen Unterschied, ob eine Klinik oder ein Sanitäter gezielt angegriffen oder bei einem Angriff auf ein anderes Ziel als Kollateralschaden getroffen werden.Laut Ärzte ohne Grenzen sind die Staaten immer häufiger selbst für diese Gewalt verantwortlich. Nach IKRK-Angaben gehen rund 85 Prozent der Angriffe auf das Konto staatlicher Armeen. Das IKRK rief Staaten mit Einfluss auf Konfliktparteien auf, sie zur Einhaltung des humanitären Völkerrechts und der Resolution 2286 zu ermahnen. Zurück zur StartseiteORF.atNicht alle Bilder konnten vollständig geladen werden. Bitte schließen Sie die Druckvorschau bis alle Bilder geladen wurden und versuchen Sie es noch einmal.