Russischer Komponist Rodion Schtschedrin gestorben

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29.08.2025 08.58Online seit heute, 8.58 UhrDer russische Komponist Rodion Schtschedrin ist nach Angaben des Bolschoi Theaters im Alter von 92 Jahren gestorben, wie heute bekannt wurde. Das Theater, an dem er über Jahrzehnte Hauskomponist war, sprach in einer Mitteilung auf Telegram von einem Weltklassiker und einem der „größten Genies der Gegenwart“. Sein Musikverlag Schott Music nannte heute München als Todesort und Freitag als Todestag.Schtschedrin, am 16. Dezember 1932 in Moskau geborener Sohn eines Musiklehrers, studierte am Konservatorium Moskau Komposition und Klavier und hatte später auch Wohnsitze in München und Litauen. Er gehört zu den bekanntesten russischen Komponisten.Sein großes musikalisches Vorbild war Dmitri Schostakowitsch (1906-1975), dessen Nachfolger als Vorsitzender des sowjetischen Komponistenverbandes Schtschedrin von 1973 bis 1989 war. In seinem reichen Werk schlug er Brücken zwischen der Tradition seiner Heimat und der musikalischen Moderne.Viele Werke des Komponisten wurzeln in der russischen Folklore, in der Volksmusik und Literatur. Dazu zählen das Märchenballett „Das bucklige Pferdchen“, die Tanzstücke „Die Möwe“ und „Die Dame mit dem Hündchen“ nach Werken von Anton Tschechow sowie die Opern „Die toten Seelen“ nach Nikolai Gogol und „Lolita“. Schtschedrin schuf moderne Musik, ohne Avantgardist zu sein.Den internationalen Durchbruch brachte ihm 1967 seine „Carmen-Suite“ – ein musikalischer Liebesbeweis für seine Frau, die 2015 gestorbene Primaballerina Maja Plissezkaja.