Inflation, Arbeitslosigkeit, Schulden – es geht aufwärts. Überall.

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von Egon W. KreutzerWer hätte das gedacht, dass Friedrich Merz und Lars Klingbeil, erst wenige Monate an der Macht, Deutschland so schnell wieder auf Vordermann bringen könnten?Sogar der Sommer war immer noch etwas wärmer als das langjährige Mittel von 1991 bis 2020, obwohl dieses langjährige Mittel kaum noch übertreffbar erschien. Auch die Regenmengen haben dazu beigetragen, dass die schon gar nicht mehr auffindbaren Grundwasserspiegel wieder angestiegen sind.Es geht aufwärts. Auch bei der E-Mobilität. Da haben sich die deutschen Automobilhersteller Mühe gegeben und, wenn es denn stimmt, ungefähr die Hälfte der Produktion selbst zugelassen. Geht doch!Auch die Bundeswehr beginnt wieder zu wachsen, dem neuen Wehrdienstgesetz sei Dank! Und die Rüstungsindustrie! Gleich  350.000 Artilleriegranaten vom Kaliber 155 mm wird Rheinmetall künftig jährlich in Unterlüss produzieren. Neue Panzer sind ebenfalls in Sicht. Wer sagt’s denn!In Kürze wird auch zu berichten sein, dass die Zahl der für Abschiebungen gecharterten Flugzeuge die Zahl der für Einschiebungen gecharterten Flugzeuge übersteigen wird. Bei den Passagierzahlen könnte das noch länger dauern, aber Rom wurde schließlich auch nicht an einem Tag gebaut.Bei Messerstechereien, sexueller Belästigung, Vergewaltigungen und sogar Gruppenvergewaltigungen ist ebenfall eine steigende Tendenz zu beobachten, obwohl es „gefühlt“ eher weniger zu werden scheint. Das liegt aber nur an der nachlassenden Berichterstattung. Einzelfälle wurden früher halt noch übermäßig aufgeblasen. Heute ist das Publikumsinteresse erlahmt. Was jeden Tag in der Zeitung steht, braucht eigentlich gar nicht mehr in der Zeitung zu stehen. Tatsache aber ist, dass es auch hier aufwärts geht.Auch in Bezug auf die CO2-Ziele geht es aufwärts. Die meisten Unternehmen haben begriffen, dass die Insolvenz vermieden werden kann, wenn man aufhört zu produzieren. Da haben wir gerade im Bereich der energieintensiven Industrien einen sehr erfolgreichen Lernprozess durchlaufen. Natürlich gibt es auch ein paar Unbelehrbare, die einfach nicht aufhören wollen, zu produzieren. Glücklicherweise haben aber die meisten davon einen Weg gefunden, die deutsche CO2-Bilanz zu entlasten, und dennoch weiterhin zu produzieren. Halt irgendwo außerhalb. Geht doch. Ob in Tschechien, Polen oder Ungarn, ob in China, Vietnam oder Korea, oder gleich in den USA, das ist alles besser für das Weltklima als weiterhin in Deutschland zu produzieren.Bei soviel Erfolg kann neidisches Gekeife nicht ausbleiben.Dem soll heute mit einem Faktencheck begnet werden.Die Arbeitslosigkeit ist gar nicht gestiegenDie ZEIT, zum Beispiel, hat sich bemüht, den Erfolg der Regierung im Bereich der Arbeitszeitverkürzung kleinzureden. Die Arbeitslosigkeit sei gar nicht gestiegen, hieß es da. Man dürfe nicht die Rohdaten in absoluten Zahlen betrachten, sondern müsse auf die saisonbereinigten Daten achen. Da käme sogar eine Mehrbelastung durch Arbeit heraus. Außerdem müssten die permanenten Schwankungen geglättet werden, da zeige sich doch, auf welch schwachen Füßen der so genannte Trend stünde. Nein. Die Regierung Merz habe sich ihre Sporen im Bereich der Arbeitszeitverkürzung noch lange nicht verdient, und es sähe ja auch gar nich so aus, als ob das wirklich das Ziel wäre. Das müssen Sie lesen. So wird der Erfolg souverän kleingeredet.Faktencheck:Es ist so einfach, so trivial. Saisonale Einflüsse sind nichts Neues, die gab es schon immer, auch in allen vorangegangen Augusten der letzten 10 Jahre. Wenn da in diesem August ein neuer absoluter Gipfel erreicht wurde, dann liegt dieser doch zweifellos über allen Augustgipfeln seit 2015. Daran gibt es nichts zu deuteln und einen klaren Punkt für Merz und Klingbeil.Dieser Sommer in Deutschland war Wetter, nicht KlimaDer Juli, sonst heißester Monat des Jahres, habe sich um nur 0,0 Grad Celsius von der Referenztemperatur abgehoben. Das verkündete der Wetterfrosch der ARD in der ausführlichen Wetterberichterstattung vor acht. Dass insgesamt doch noch ein geringer Anstieg der Sommertemperaturen festzustellen war, könne nicht auf das Konto der Regierung gebucht werden, sondern ausschließlich auf die Monate Juni und August, die den überdurchschnittlichen Durchschnitt gerettet hätten.Faktencheck:Es ist das übliche Spiel. Äpfel und Birnen, Wetter und Klima auf einen Haufen werfen und dann vorsätzlich falsche Schlüsse ziehen. Es ist wärmer geworden, daran kann überhaupt kein Zweifel bestehen. Das Wetter eines Jahres mit dem Klima eines 30-Jahres-Zeitraumes zu vergleichen, ist irreführend. Erst 2050, wenn wieder dreißig Jahre um sind, ist wieder Klima und alle Modelle sagen, es wird dann zwangsläufig wieder ein hitzigeres Klima geworden sein.Der Schuldenstand ist besorgniserregendEs handle sich eben nicht um segensreich einsetzbares Vermögen, sondern um einen Klotz am Bein, der schon bald jegliche Bewegungsfreiheit behindern werde. Im Vergleich mit der Wirtschaftsleistung müsse auch festgestellt werden, dass diese Schuldenlast niemals wieder getilgt werden könne, was ewige Zinslasten nach sich ziehen werde.Faktencheck:Haltlose Spekulationen. Deutschland war schon öfter sehr viel höher verschuldet als diese Bundesrepublik nach Ausschöpfung der Sondervermögen überhaupt verschuldet sein kann. Und immer ist es gelungen, sich der Schulden wieder zu entledigen und frisch durchzustarten. Das ist 1923 gelungen, das ist 1948 wieder gelungen, warum soll es also 2029 nicht noch einmal gelingen? Das Mittel der Wahl war und ist stets die Inflation – und, wer hat es nicht gelesen – auch daran arbeiten Merz und Klingbeil mit allmählich einsetzendem Erfolg. Das EZB-Ziel von 2 % wurde jedenfalls im August schon wieder übertroffen.FazitDie Argumentationen in Bezug auf alle anderen hier angeführten Erfolge ähneln den hier bereits widerlegten stark. Zum Teil gehen sie bereits in lächerliche Korinthenkackereien über. Ist es denn wichtig, ob es nun der Messer-Ali war, oder der Messer-Uwe, wenn über den Anstieg der Gesamtzahlen berichtet wird? Sicherlich nicht!Und von Rezession im Null-Komma-Prozent-Bereich zu sprechen (lächerlich!), aber die Megatonnen eingesparter CO2-Emissionen zu unterschlagen, das ist doch nun wirklich unterhalb der Gürtellinie!Wir lassen uns diese Koalition nicht schlechtreden. Von niemandem!Großes Satiriker-Ehrenwort.