93 Millionen Jahre Klimageschichte: Eisen als unsichtbarer Regisseur

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Eine Mitwirkung von Eisen scheint nicht unbedingt nahezuliegen, und doch hat es während der letzten 93 Millionen Jahre das Klima der Erde entscheidend mitgeprägt. Neue Forschungen aus dem Südpazifik zeigen, wie sich die Eisenquellen im Ozean verschoben haben – und welchen Einfluss das auf das Wachstum von Phytoplankton und den globalen Kohlenstoffkreislauf hatte.Bei all den Diskussionen um das CO₂ und die Klimamodelle und den Panikmeldungen der Klimafanatiker ist ein entscheidender Faktor lange übersehen worden: Eisen. Dieses reaktive Metall interagiert mit Phosphaten und beeinflusst so, welche Mikroben in den Ozeanen überleben und wie viel CO₂ gebunden wird. Über Millionen Jahre hat es auf diese Weise das Leben in den Meeren – und damit auch indirekt das Klima – geprägt. Deutlich wird dies in der Studie “Evolution of the South Pacific’s Iron Cycle Over the Cenozoic“, veröffentlicht im Journal Paleoceanography and Paleoclimatology. Auch wenn die Wissenschaftler den offiziellen Klimanarrativen folgen, ergeben sich aus deren Untersuchungen interessante Einblicke in das erdgeschichtliche Geschehen.Forscher der University of Hawai‘i (UH) in Mānoa haben nämlich erstmals rekonstruiert, wie sich die Eisenquellen im Südpazifik über geologische Zeiträume verändert haben. Dazu untersuchten sie drei Sedimentkerne aus 3.000 bis 5.500 Metern Tiefe, weit entfernt von kontinentalen Einflüssen. Die Analyse der Eisenisotope zeigte fünf Hauptquellen: atmosphärischen Staub, ferne ozeanische Eisenquellen, zwei unterschiedliche hydrothermale Quellen entlang mittelozeanischer Rücken und vulkanische Asche. Dabei zeigte sich ein klarer Trend: In den ersten 60 Millionen Jahren dominierte hydrothermales Eisen, bevor Staub zunehmend die Oberhand gewann und vor etwa 30 Millionen Jahren die primäre Eisenquelle wurde. Diese Verschiebung verdeutlicht, wie dynamisch selbst die abgelegensten Ozeane auf geologische Prozesse reagieren – und dass Klimamuster einfach nicht linear verlaufen.Basis der maritimen NahrungsketteDie Bedeutung von Eisen für das maritime Leben wird oftmals unterschätzt: Phytoplankton, die Basis der marinen Nahrungskette, ist stark auf Eisen angewiesen. Wo Eisen fehlt, wächst Phytoplankton nur spärlich, und die Kohlenstoffbindung aus der Atmosphäre ist entsprechend reduziert. Die Studie zeigt, dass Teile des Südpazifiks in Phasen mit Eisenarmut praktisch zu biologischen Wüsten wurden. Diatomeen, mikroskopische Kieselalgen, sind besonders an diese Bedingungen angepasst und dominieren in solchen Regionen über lange Zeiträume.Überraschend ist auch die heutige Situation: Der Südpazifik erhält aktuell mehr Staub als in den vergangenen 90 Millionen Jahren – ein Phänomen, das offenbar durch natürliche Quellen verstärkt und durch menschliche Einflüsse wie industrielle Emissionen und Biomasse-Verbrennung ergänzt wird. Das heißt, dass das Phytoplankton wohl auch gedeihen kann. Immerhin gelten die Ozeane auch als wichtige Kohlenstoffsenken, die vor allem eine langfristige Regulationsfunktion übernehmen. Zwar wird das Spurengas Kohlendioxid in Sachen Klimaregulation überschätzt, dennoch ist es ein Teil des gesamten klimatischen Komplexes unseres Planeten.Wichtige WechselwirkungenLogan Tegler, der leitende Autor der Studie, betont die Relevanz dieser historischen Perspektive: “Das Verständnis vergangener Eisenschwankungen erlaubt uns, die heutigen Veränderungen besser einzuordnen und mögliche Folgen menschlicher Einträge abzuschätzen.” Mit anderen Worten: Wer denkt, dass wir die Natur mit ein paar CO₂-Verordnungen und Panikmeldungen “retten” können, unterschätzt fundamental, wie komplex und widerstandsfähig das System Erde tatsächlich ist.Die Untersuchung liefert auch interessante Einblicke in die Wechselwirkungen von Eisen, Mikroben und Kohlenstoffkreisläufen: Eisenüberschüsse können bestimmte Mikroben begünstigen, Eisenarmut andere. Diese Dynamik steuert, welche Organismen überleben, wie viel CO₂ gebunden wird und letztlich, wie das Klima langfristig reagiert. Über Millionen Jahre hinweg zeigen sich damit natürliche Entwicklungen, die politische Ideologien und vereinfachte Klimamodelle gnadenlos übertreffen.Am Ende zeigt die Studie, dass Eisen weit mehr ist als ein Spurenelement: Es ist ein Klimaschlüssel, ein Ökosystemregulator und ein Zeitzeuge der Erdgeschichte. Die aktuellen Debatten über Klimakrisen wirken im Vergleich dazu geradezu lächerlich eindimensional. Wer das Zusammenspiel von Eisen, Mikroben und Kohlenstoff über Millionen Jahre versteht, erkennt die Ironie: Während Politiker und Klimafanatiker das komplexe globale Klima in einfache und unzureichende Modelle pressen, schreibt die Natur ihre eigenen, komplizierteren Geschichten – und Eisen spielt darin eine tragende Rolle.