Montenegros Vizepremier sieht Widerstand gegen raschen EU-Beitritt

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07.04.2026 10.54Online seit heute, 10.54 UhrMontenegros Vizepremier Filip Ivanovic sieht erhebliche Widerstände innerhalb der EU gegen einen raschen Beitritt seines Landes. „Viele EU-Staaten sagen, dass sich die Union erst reformieren muss, bevor sie neue Mitglieder aufnehmen kann. Vor zwei Jahren gab es ein klares Statement der EU-Institutionen, dass EU-Staaten 2030 dazu in der Lage sein sollen. Wir hoffen aber für Montenegro, dass das schneller geht“, sagte Ivanovic der „Presse“ (Dienstag-Ausgabe).Musterschüler unter KandidatenEs gebe ein „Übereinkommen mit der EU-Kommission, dass – wenn wir unseren Weg einhalten – ein Abschluss der Gespräche Ende 2026 gleichsam sicher ist“. Dann könnte der EU-Beitritt im Jahr 2028 vollzogen werden. Eine Änderung der EU-Statuten für Montenegro sei nicht nötig, „denn nach dem Austritt Großbritanniens wäre ja auch wieder Platz für ein neues 28. Mitglied“, argumentierte Ivanovic.Montenegro (Crna Gora) gilt als Vorreiter unter den sechs Kandidatenländern am Westbalkan. Ivanovic berichtete, dass die aktuelle Regierung fast die Hälfte der Verhandlungskapitel mit der EU geschlossen habe. Es gebe ein breites Bekenntnis zur europäischen Integration.„Russische Einflussversuche gescheitert“Ivanovic unterstrich, dass Montenegro auch außen- und wirtschaftspolitisch klar in Richtung EU orientiert sei. „Die russischen Einflussversuche – sofern überhaupt vorhanden – sind gescheitert“, betonte er. Montenegro sei anders als andere Länder der Region nicht von russischem Erdgas abhängig.„Je schwächer die EU ist, desto stärker sind andere Akteure wie Russland. Je kleiner die Präsenz der EU auf dem Westbalkan ist, desto größer wird der Einfluss anderer Länder“, forderte Ivanovic „eine starke Präsenz“ der EU in der Region.