08.04.2026 09.55Online seit heute, 9.55 UhrIn Spanien ist in den vergangenen Tagen ein politischer Streit über Pablo Picassos weltberühmtes Antikriegsgemälde „Guernica“ entbrannt. Die nationalistische Regionalregierung im Baskenland bat Regierungschef Pedro Sanchez um eine vorübergehende Verlegung „Guernicas“ ins Baskenland.Die hier regierenden Nationalisten (PNV) möchten das Gemälde vom 1. Oktober bis zum 30. Juni 2027 im Guggenheim-Museum in Bilbao ausstellen, um an den 90. Jahrestag der Bildung der ersten baskischen Regierung und der Bombardierung der baskischen Kleinstadt am 26. April 1937 durch die deutsche Luftwaffe zu erinnern.1937 als Reaktion auf Zerstörung Guernicas gemaltPicasso malte das monumentale Ölgemälde 1937 als direkte Reaktion auf die Zerstörung Guernicas durch Hitlers „Legion Condor“, die damals einen weltweiten Schock auslöste. Es war das erste Mal in der Geschichte, dass nicht militärische Ziele, sondern gezielt die wehrlose Zivilbevölkerung angegriffen wurde, um Terror zu verbreiten.Die Unterstützung des Putschgenerals und späteren Diktators Francisco Franco war für die Nazis eine Art „Generalprobe“ für den Zweiten Weltkrieg.Für das Baskenland ist Guernica jedoch mehr als ein Mahnmal gegen Krieg und Faschismus. Die Stadt war bereits vor dem spanischen Bürgerkrieg ein Symbol der baskischen Unabhängigkeit und Identität. Sie gilt als die „heilige Stadt der Basken“, wo selbst die spanischen Könige auf die Freiheitsrechte des baskischen Volkes schworen.Deshalb bat der baskische Präsident Imanol Pradales Spaniens sozialistischen Regierungschef bereits vor zwei Wochen höchstpersönlich in Madrid um die Verlegung „Guernicas“ ins Baskenland. Der Protest ließ nicht lange auf sich warten. Spaniens Konservative erklärten, „Guernica“ gehöre „allen Spaniern“ und sei von „universeller und nicht regionaler Bedeutung“.Ministerium: Kulturgut nicht gefährden„Wir werden ein so wichtiges Kulturgut wie ‚Guernica‘ nicht gefährden“, hieß es aus dem Kulturministerium. Zuvor rieten die Fachleute des Madrider Reina Sofia Museums, wo sich das Gemälde seit 1992 befindet, in einem Gutachten von einer Verlegung des Kunstwerks ab.Grund dafür seien die „unvermeidlichen“ Vibrationen während des Transports, die zu „neuen Rissen, Ablösungen und Abplatzungen der Farbschicht sowie zu Einrissen“ führen könnten. Die baskischen Nationalisten fordern nun einen Bericht, der die Bedingungen analysiert, unter denen es möglich wäre, das Gemälde zu transportieren und vorübergehend ins Baskenland zu bringen.