08.04.2026 11.59Online seit heute, 11.59 UhrDer Chef des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo), Gabriel Felbermayr, sieht die Golfstaaten als Verlierer der Einigung zwischen den USA und dem Iran. „Ihr Geschäftsmodell ist beschädigt. Und sie zahlen mögliche Gebühren für die Hormuz-Passage. Diese wirken wie eine Exportsteuer“, analysierte der Ökonom heute in einem Posting auf der Online-Plattform Bluesky. Die USA und der Iran hatten sich in der Nacht auf eine sofortige, zweiwöchige Waffenruhe geeinigt.Auf die Ölpreise werden die möglichen Gebühren aber nicht durchschlagen, so Felbermayr. Denn der Weltmarktpreis werde nicht nur durch die günstigen Förderanlagen am Golf, sondern durch die teureren Fördermethoden in den USA und Norwegen bestimmt.Auch wenn die Erleichterung riesig sei, bleibe die Unsicherheit genauso groß. „Es drohen Jojo-Effekte wie in der Coronazeit: Hormuz geht auf, dann wieder zu, dann wieder auf. Das heißt, die Energiepreise bleiben hoch. So wie das Chaos in den Lieferketten“, erklärte Felbermayr.Er sieht einen „Lehrbuchfall der Geoökonomik“, nämlich dass die Beherrschung der Meerenge von Hormuz – eines Netzwerkknotens – mehr wert ist als die Beherrschung des Luftraums über einem ganzen Land.Im Verhalten von US-Präsident Donald Trump sieht Felbermayr ein bereits aus dem Zollstreit bekanntes Muster, das als „TACO“ bezeichnet wird. „TACO“ steht für „Trump Always Chickens Out“ und meint, dass Trump nach Drohungen immer einen Rückzieher macht. So lustig, wie das klingt, ist es laut Felbermayr nicht, „dieses dauernde Vabanquespiel generiert erhebliche und dauerhafte Schäden“.