12.04.2026 08.49Online seit heute, 8.49 UhrWenige Monate nach einem vereitelten Putschversuch wählt der westafrikanische Küstenstaat Benin einen neuen Präsidenten. Ein Sieg des bisherigen Finanzministers Romuald Wadagni (49), der von Amtsinhaber Patrice Talon als Protege und Nachfolger ins Rennen geschickt wurde. Talon selbst darf nach zehn Jahren an der Spitze des kleinen französischsprachigen Nachbarlands von Nigeria nicht mehr antreten.Unter Talon erlebten die rund 15 Millionen Einwohner und Einwohnerinnen Benins, die zum großen Teil von Baumwoll- und Cashewanbau leben, ein beachtliches Wirtschaftswachstum, aber auch Einschränkungen der politischen Freiheiten. Die geschwächte und uneinige Opposition schickt nur einen Gegenkandidaten ins Rennen. Bei den Parlamentswahlen im Jänner gewann die Regierungskoalition alle Sitze.Im Dezember hatte eine Gruppe meuternder Soldaten im staatlichen Fernsehen einen Staatsstreich verkündet. Die Regierung und das restliche Militär gewannen binnen weniger Stunden aber wieder die Oberhand. Nigeria half dabei im Rahmen der regionalen Staatengemeinschaft ECOWAS mit Luftangriffen sowie einer Einsatzgruppe. Mehrere Dutzend Verdächtige, denen eine Beteiligung vorgeworfen wird, sitzen in Haft.Als Motivation nannten die Putschisten unter anderem die sich verschlechternde Sicherheitslage im Norden des Landes. Dort dehnen sich zunehmend islamistische Terrorgruppen aus den nördlich angrenzenden Staaten Burkina Faso und Niger aus, die in dicht bewaldeten Naturschutzgebieten entlang der Grenze Unterschlupf finden. Trotz verstärkten Einsatzes erlebte Benin im vergangenen Jahr dort den bisher heftigsten Angriff mit 54 getöteten Soldaten.