12.04.2026 08.54Online seit heute, 8.54 UhrWegen Verzögerungen öffnet das Wirtschaftsministerium morgen ungeachtet der ausstehenden beihilferechtlichen Genehmigung der EU das Antragsportal für den Industriestrombonus.Wirtschafts- und Energieminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) forderte dazu verbindliche Fristen für künftige EU-Entscheidungen. Mit dem Bonus sollen energieintensive Unternehmen in Österreich entlastet werden.Etwa 60 Unternehmen anspruchsberechtigtInsgesamt stellt der Bund für die Jahre 2025 und 2026 rund 150 Mio. Euro zur Verfügung. Die Anträge für das Jahr 2025 für Förderungen in Höhe von insgesamt 75 Mio. Euro können ab 13. April rückwirkend eingereicht werden.Anspruchsberechtigt sind etwa 60 heimische Unternehmen aus definierten Branchen wie der Papier- oder Stahlindustrie, die einen Stromverbrauch von mehr als einer Gigawattstunde (GWh) pro Jahr haben. Eine neue Voraussetzung für die Auszahlung ist, dass 80 Prozent der Fördersumme zwingend in Energieeffizienzmaßnahmen investiert werden müssen.Hattmannsdorfer kritisiert „endlose EU-Bürokratie“„Wer Europas Industrie stärken will, muss schneller entscheiden“, rechtfertigte Hattmannsdorfer den Vorstoß ohne Brüsseler Zustimmung. Es könne nicht sein, dass heimische Betriebe durch „endlose EU-Bürokratie“ bei ihren Investitionen hingehalten würden. Der rasche Start des Förderinstruments dient laut dem Ministerium primär dazu, einer drohenden Deindustrialisierung entgegenzuwirken und Zulieferbetriebe abzusichern.Zur langfristigen Planungssicherheit bereitet die Regierung eine Verlängerung der Maßnahme bis zum Jahr 2029 vor, die Teil der Industriestrategie 2035 werden soll. Ab 2027 sollen für den Industriestrombonus sowie den Industriestrompreis insgesamt 250 Mio. Euro bereitstehen.