10.04.2026 08.41Online seit heute, 8.41 UhrAmnesty International warnt vor dem Beschluss einer Quotenregelung beim Familiennachzug von Flüchtlingen. Geplante Kontingente würden jahrelange Familientrennungen zementieren und gegen EU-Recht verstoßen, hieß es heute in einer Aussendung.Vom Innenministerium vorgesehen ist, dass ab Mitte des Jahres Quoten festgelegt werden, wie viele Familienmitglieder nach Österreich nachreisen können. Abhängig sein soll dies von der aktuellen Aufnahmefähigkeit.Die Einschränkungen der Familienzusammenführung sei ein politisch gewollter Rechtsbruch, der das Menschenrecht auf Familienleben mutwillig untergrabe. Ein solches System würde zu jahrelangen Trennungen von Familien führen und schneide die einzige sichere Fluchtroute nach Österreich ab, warnte Aimee Stuflesser, Expertin für Asyl und Migration bei Amnesty.Das Vorhaben verstoße gleich gegen mehrere Rechtsgrundlagen: Es widerspreche EU-Recht sowie dem in Artikel 8 der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) verankerten Recht auf Familienleben und Artikel 7 der EU-Grundrechtecharta.Sowohl der Europäische Gerichtshof (EuGH) als auch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hätten klargestellt, dass pauschale Obergrenzen beim Familiennachzug ohne individuelle Prüfung unzulässig seien.Beschlossen werden soll die Quotenregelung gemeinsam mit der nationalen Umsetzung des gemeinsamen europäischen Asylsystems. Amnesty appelliert nun an die Parlamentarier, den entsprechenden Passus zu streichen und Familienzusammenführungen ohne unnötige Verzögerungen zu ermöglichen.