Mit dem D200X hat der Zubehöranbieter Ulanzi kürzlich ein neues Eingabegerät vorgestellt, das sich funktional zwischen klassischem Stream-Deck und USB-C-Dock einordnet. Wir haben uns den vergleichsweise günstigen Kompagnon für Kreativarbeitsplätze in den vergangenen Tagen genauer angeschaut und unsere Eindrücke im Folgenden notiert.Ulanzi D200X: Stream-Deck mit zusätzlicher Dock-FunktionVerarbeitung und BedienelementeIm Alltagseinsatz zeigt sich zunächst die Hardware als solide Grundlage. Das Gehäuse macht beim Auspacken einen wertigen Eindruck. Die drei Drehregler sind sauber verarbeitet, lassen sich präzise drehen und bieten klar definierte Rastpunkte. Die zusätzliche Druckfunktion erweitert die Einsatzmöglichkeiten sinnvoll. Auch die beiden kleineren Funktionstasten am unteren Rand sind gut erreichbar.Je nach Blickwinkel zeigen die Tasten einen leichten „Liquid-Glass-Effekt“Anders fällt der Eindruck bei den 14 Haupttasten aus. Ulanzi setzt hier nicht auf einzelne Displays pro Taste, sondern auf ein durchgehendes Panel im Hintergrund, über dem transparente Tasten sitzen. Das führt zu leichten optischen Verzerrungen an den Rändern. Inhalte bleiben zwar gut erkennbar und die Farbdarstellung ist ausreichend klar, dennoch wirkt die Darstellung technisch weniger differenziert als bei Lösungen mit Einzeldisplays.Der Aufstellwinkel des Geräts ist gelungen. Inhalte lassen sich problemlos ablesen, auch bei längerer Nutzung.Anschlüsse und Docking-FunktionNeben der Eingabe übernimmt das Gerät eine zweite Funktion als Dockingstation. Integriert sind unter anderem HDMI-Ausgang mit 4K-Unterstützung, USB-A- und USB-C-Anschlüsse, ein Kartenleser für SD und MicroSD sowie eine kombinierte Audio-Buchse. Auch die Stromversorgung eines angeschlossenen Rechners ist möglich.Integriert sind Kartenleser, USB-A- und USB-C-Ports, HDMI und eine KlinkenbuchseIm praktischen Einsatz reduziert das die Anzahl benötigter Adapter auf dem Schreibtisch. Gerade in Setups mit Notebook entsteht so ein zentraler Anschlusspunkt für Peripherie und Eingabesteuerung.Software und Workflow-IntegrationDie Steuerung erfolgt über die Software Ulanzi Studio, die für macOS und Windows verfügbar ist. Sie dient als zentrale Konfigurationsoberfläche und muss dauerhaft im Hintergrund aktiv sein, damit das Gerät korrekt funktioniert. Ohne laufende Software werden keine belegten Funktionen angezeigt.Im täglichen Einsatz erweist sich die Anwendung als funktional, jedoch nicht vollständig ausgereift. Die Oberfläche ist weitgehend übersetzt und verständlich aufgebaut, wirkt technisch aber eher wie eine plattformübergreifende Anwendung mit entsprechend einfacher Gestaltung.Die Konfiguration der Tasten erfolgt über die Ulanzi-Studio-App am MacDas D200X stellt insgesamt 14 Tasten, drei Drehregler und zwei zusätzliche Buttons zur Verfügung. Alle Elemente lassen sich frei belegen. Nutzer können Anwendungen starten, Tastenkombinationen hinterlegen, Webseiten öffnen oder mehrere Aktionen kombinieren.Ein zentrales Element ist die Arbeit mit Profilen und Seiten. Für verschiedene Anwendungen lassen sich eigene Layouts definieren, die automatisch aktiv werden, sobald die entsprechende Software im Vordergrund ist. Im Einsatz funktioniert dieser Wechsel zuverlässig.Neue Seiten können manuell oder in Abhängigkeit zur laufenden App angezeigt werdenDie Integration über Plugins ist vorhanden, aber noch ausbaufähig. Für bekannte Programme wie Photoshop und OBS Studio existieren Vorlagen. Darüber hinaus ist man häufig darauf angewiesen, eigene Belegungen über Tastaturkürzel zu erstellen. Das funktioniert grundsätzlich, stößt aber an Grenzen, wenn Anwendungen keine passenden Shortcuts anbieten.Ergänzend bietet das System eine Anbindung an Lichtlösungen von Ulanzi sowie kompatible Systeme. Darüber lassen sich Beleuchtungseinstellungen direkt über das Deck steuern.Plugins für Photoshop und Co. stehen zur VerfügungIntegration noch ausbaufähigGenau hier zeigt sich im Alltag der aktuelle Reifegrad der Software. Viele Abläufe lassen sich zuverlässig abbilden, aber nicht immer so direkt, wie man es sich wünschen würde. Im Test blieb etwa die Steuerung der Display-Helligkeit unter macOS außen vor, weil sich die entsprechenden Systemfunktionen nicht sinnvoll ansprechen lassen. Solche Lücken fallen vor allem dann auf, wenn man versucht, das Deck stärker in den eigenen Arbeitsalltag zu integrieren und über einfache Mediensteuerung hinauszugehen.Im Ulanzi Studio Market Place werden Erweiterungen angebotenHinzu kommt, dass Ulanzi Studio dauerhaft im Hintergrund laufen muss. Wird die Anwendung beendet, verschwinden auch die zuvor konfigurierten Belegungen vom Gerät. Das ist funktional nachvollziehbar, wirkt im Alltag aber weniger elegant als bei stärker systemintegrierten Lösungen.Die Oberfläche selbst erfüllt ihren Zweck, wirkt jedoch in Teilen technisch nüchtern. Struktur und Bedienlogik sind verständlich, gleichzeitig fehlt es an Feinschliff. Gerade beim Durchsuchen von Plugins oder beim Anlegen komplexerer Abläufe entsteht der Eindruck, dass hier noch Entwicklungsspielraum besteht.Im praktischen Einsatz bleibt der Nutzen dennoch klar erkennbar. Besonders bei wiederkehrenden Aufgaben, beim Starten von Anwendungen oder bei der Mediensteuerung spielt das D200X seine Stärken aus. Die physischen Drehregler bieten dabei einen spürbaren Vorteil gegenüber Maus und Tastatur. Lautstärkeanpassungen oder das Navigieren durch Inhalte gelingen direkter und mit mehr Kontrolle.Auch die Möglichkeit, profilspezifische Seiten automatisch laden zu lassen, erweist sich als sinnvoll. Der Wechsel zwischen Anwendungen führt tatsächlich zu angepassten Belegungen, ohne dass man manuell eingreifen muss. Das sorgt für einen flüssigeren Arbeitsablauf, auch wenn die Einrichtung im Vorfeld etwas Zeit erfordert.Unterm Strich entsteht so ein Werkzeug, das viele Aufgaben bündelt und den Schreibtisch gleichzeitig aufgeräumter wirken lässt. Die Hardware liefert dafür eine überzeugende Grundlage, während die Software den Funktionsumfang bereits gut abbildet, in Details aber noch etwas mehr Zuwendung verdient hätte.Der aktuelle Verkaufspreis des Ulanzi D200X liegt bei 119,99 Euro, der Listenpreis bei 149 Euro. Zum Vergleich: Das Stream Deck + von Elgato kostet rund 229 Euro, bietet vier Drehregler und acht Tasten, verzichtet jedoch auf zusätzliche Docking-Funktionen und integrierte Anschlüsse. function open_amazon(link) { if (navigator.userAgent.indexOf("Firefox") != -1) { window.open(link, '_blank'); } else { var tag = document.createElement('a'); tag.setAttribute('href', link); tag.innerHTML = "amzn"; tag.click(); } } Produkthinweis ULANZI D200X 8-in-1 Stream Controller mit 3 Drehknopf 14 LCD-Makrotasten, Streamdeck mit Dockingstation, 4K HDMI... 119,99 EUR The post Ulanzi D200X ausprobiert: Stream-Deck mit Docking-Funktion first appeared on ifun.de.