Die Dating-Applikation Lovoo aus Hamburg hat genaue Standortdaten ihrer Nutzer an Werbepartner übermittelt, obwohl dafür keine wirksame Einwilligung der Nutzer vorlag. Dies meldet das Fachblog netzpolitik.org unter Verweis auf den aktuellen Tätigkeitsbericht des Hamburgischen Beauftragten für Datenschutz und InformationsfreiheitDie Untersuchung wurde nach Veröffentlichungen zu den sogenannten Databroker Files angestoßen. Diese hatten gezeigt, dass Standortdaten aus mobilen Anwendungen in großem Umfang gehandelt werden und sich daraus detaillierte Bewegungsprofile ableiten lassen.Doku-Tipp: Wie Alltags-Apps Bewegungsprofile möglich machenDie Behörde analysierte sowohl die Datenschutzhinweise der App als auch den tatsächlichen Datenverkehr. Dabei zeigte sich, dass die Angaben zur Datenverarbeitung nicht mit den realen Abläufen übereinstimmten. Trotz anderslautender Hinweise wurden präzise Standortdaten an Werbepartner übertragen.Standortdaten ungefragt weitergegebenAuch die technischen Voreinstellungen standen in der Kritik. Die Weitergabe der Standortdaten war standardmäßig aktiviert und musste aktiv deaktiviert werden. Damit wurde das Prinzip datenschutzfreundlicher Voreinstellungen nicht eingehalten.Die Weitergabe der Daten erfolgte im Umfeld des digitalen Werbemarkts, insbesondere über Verfahren wie Realtime-Bidding. Dabei werden Werbeplätze automatisiert vergeben, wofür zahlreiche Nutzerdaten zwischen verschiedenen Akteuren ausgetauscht werden. Für Nutzer bleibt dabei oft unklar, wer Zugriff auf ihre Daten erhält.Besonders kritisch bewertet die Behörde, dass selbst nach einem Widerruf der Einwilligung weiterhin Standortdaten übertragen wurden. Erst nach Konfrontation mit den Ergebnissen stellte die Betreiberin die entsprechenden Datenflüsse ein und kündigte zusätzliche Kontrollmechanismen an.Lovoo schreibt seit Jahren NegativschlagzeilenDer aktuelle Fall reiht sich in eine Serie früherer Vorwürfe und Kontroversen rund um das Umfeld der beteiligten Unternehmen ein. Bereits in der Vergangenheit gab es Kritik an Geschäftspraktiken im App-Bereich. Auch Lovoo selbst stand bereits zuvor im Fokus von Ermittlungen. Im Jahr 2016 durchsuchten Strafverfolgungsbehörden den Firmensitz im Zuge eines Betrugsverdachts. Im Raum stand der Vorwurf, dass mutmaßlich eingesetzte Fake-Profile Nutzer zu kostenpflichtigen Aktionen verleiten sollten.Darüber hinaus sorgten Verantwortliche aus dem Umfeld der Dating-App auch mit anderen Anwendungen für negative Schlagzeilen. So geriet etwa die Abnehm-Applikation Fastic wegen unklar kommunizierter Abo-Bedingungen und unerwarteter Rechnungen in die Kritik. Verbraucherschützer beanstandeten insbesondere die Gestaltung der App und leiteten rechtliche Schritte ein.The post Ungefragte Datenweitergabe: Dating-App Lovoo erneut in der Kritik first appeared on iphone-ticker.de.