08.04.2026 06.04Online seit heute, 6.04 UhrIm parlamentarischen Untersuchungsausschuss zu den Ermittlungen in der Causa Pilnacek finden heute neue Befragungen statt. Zwei Auskunftspersonen müssen Rede und Antwort stehen: Eingangs geladen ist ein IT-Techniker – bei ihm wird einmal mehr der Laptop des 2023 tot aufgefundenen Ex-Justizsektionschefs Christian Pilnacek im Fokus stehen.So war er es, der von Anna P. knappe zwei Wochen nach dessen Ableben damit betraut wurde, Daten auf dem Laptop zu extrahieren. P. war Mitbewohnerin von Karin Wurm, der Vertrauten Pilnaceks, in deren Haus im niederösterreichischen Rossatz. Beruflich war sie im Büro des damaligen Nationalratspräsidenten Wolfgang Sobotka (ÖVP) tätig.Akten von Novomatic bis „Ibiza“Der Laptop war den Behörden nicht übergeben worden. Vielmehr gab es mehrere Zwischenstationen, bevor das Gerät schließlich über einen Journalisten zu Martin Kreutner, den Leiter der Pilnacek-Untersuchungskommission, gelangte. Kreutner übergab den Laptop dann der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA).Einige Personen, die den Laptop bzw. die Kopien der Daten in die Hände bekamen, waren bereits in den U-Ausschuss geladen. So wurde im Zuge der Befragungen bekannt, dass sich auf dem Gerät – es handelte sich um Pilnaceks privaten Laptop – Novomatic-Verschlussakten, der „Ibiza“-Akt sowie U-Ausschuss-Akten befanden.„Gängige“ LöschmethodeVor etwa einem Monat hatte ein IT-Techniker des Justizministeriums vor dem U-Ausschuss über seine spätere, im Zuge der Ermittlungen getätigte Auswertung des Laptops berichtet. Seine Untersuchung habe ergeben, dass auf dem Laptop Spuren gelöscht und eine große Zahl von Daten abgezogen wurden, so der Techniker bei dessen Befragung.Die „Powershell-History“ – also der Verlauf von Befehlseingaben – sei bewusst gelöscht worden. Das sei „eine gängige Methode, um Spuren, die man hinterlassen hätte, zu löschen“, gab der IT-Experte an. Fragen dazu an den nun geladenen IT-Experten sind zu erwarten.Fragen zu Meldekette erwartetAm Nachmittag muss dann der Kremser Bezirkspolizeikommandant im Ausschusslokal Platz nehmen. Er hatte damals die Entscheidungen getroffen, welche Beamten zum Auffindungsort von Pilnaceks Leichnam entsandt wurden. Entsprechend ist zu erwarten, dass ihm die Abgeordneten Fragen zur Meldekette stellen. Selbst am Auffindungsort der Leiche war er nie.