Verheerungen nicht vergessen | Público - Portugal

Wait 5 sec.

27. April 2026Vor 40 Jahren ereignete sich in Tschernobyl in der damaligen UdSSR der bisher schwerste Unfall in der Geschichte der Kernenergie. Eine Reihe technischer Fehler führte am 26. April 1986 zur Explosion des Kernreaktors im Block 4. Die dadurch freigesetzte Radioaktivität breitete sich in ganz Europa aus und ist bis heute messbar – in Pilzen, Wildfleisch und im Waldboden. Kommentatoren diskutieren über den Umgang mit Atomkraft damals wie heute.Alle Zitate öffnen/schließen Público (PT) / 26. April 2026PúblicoLand des MediumsPortugalSprache des MediumsPortugiesischArt des MediumsTageszeitungErscheinungsweisetäglichVerbreitungsgebietlandesweitPolitische AusrichtungliberalAuflage10.256 (2023)Visits50.000.000 – 100.000.000Herausgeber/VerlagPúblico – Comunicação Social, S.AOnline-BezahlmodellInhalte teilweise kostenpflichtigVerheerungen nicht vergessenDie Folgen des Unglücks waren enorm und sollten auch heute noch zu denken geben, mahnt Medizinprofessor Duarte Barral in Público:„In einer Zeit, in der weiterhin nach Alternativen zu fossilen Brennstoffen gesucht werden muss, ist es wichtig, sich an die Lehren der Vergangenheit zu erinnern. Berücksichtigt man die langfristigen indirekten Folgen, dürfte die Zahl der Todesopfer nach einer Schätzung der Weltgesundheitsorganisation bei 4.000 liegen. ... Außerdem wurde eine Evakuierungszone festgelegt, die sich heute über etwa 2.500 Quadratkilometer erstreckt. ... Der Unfall war so einschneidend, dass er möglicherweise sogar zum Zusammenbruch der UdSSR fünf Jahre später beigetragen hat, indem er die Schwächen des sowjetischen Regimes und dessen Kultur der Informationskontrolle und Geheimhaltungspolitik offenlegte.“Duarte Barral  Zum Originalartikel Aftonbladet (SE) / 26. April 2026AftonbladetLand des MediumsSchwedenSprache des MediumsSchwedischArt des MediumsTageszeitungErscheinungsweisetäglichVerbreitungsgebietlandesweitPolitische AusrichtunglinksliberalAuflage76.000 (Mai 2017)Visits5.000.000 – 10.000.000Herausgeber/VerlagSchibstedOnline-BezahlmodellInhalte teilweise kostenpflichtigAls wäre nichts passiert40 Jahre nach dem Gau herrscht in Schweden wieder Business as usual – auch dort, wo 1986 erhöhte Strahlungswerte festgestellt wurden, stellt Aftonbladet fest:„Heute ist der Unfall von Tschernobyl fast in Vergessenheit geraten. ...Die derzeitige Regierung treibt seit der letzten Wahl den Ausbau der Kernenergie voran. ... Dies wäre vor einigen Jahrzehnten kaum vorstellbar gewesen. In den Sommern haben wir wieder angefangen, ein wenig Pilze und Beeren zu essen. Doch als die Strahlenschutzbehörde vor zwei Jahren die Radioaktivität in schwedischen Pilzen maß, stach der Wert an einem Ort besonders hervor – in Hälsingland. Der Wert lag viermal über dem Grenzwert.“Jonna Simma  Zum Originalartikel taz, die tageszeitung (DE) / 20. April 2026taz, die tageszeitungLand des MediumsDeutschlandSprache des MediumsDeutschArt des MediumsTageszeitungErscheinungsweisemehrmals wöchentlichVerbreitungsgebietlandesweitPolitische AusrichtunglinksAuflage46.871 (2022)Visits10.000.000 – 20.000.000Herausgeber/Verlagdie tageszeitung Verlagsgenossenschaft eGOnline-BezahlmodellAlle Inhalte kostenfreiWeiter auf erneuerbare Energien setzenDer Forderung, Atomkraft in Deutschland wiederzubeleben, kann die taz nichts abgewinnen:„AKWs sind zwar emissionsarm (nicht emissionsfrei!), neue Anlagen sind aber extrem teuer und ihr Bau dauert lange. Nicht einmal die großen Energiekonzerne sprechen davon. ... Windräder und Solaranlagen sind in den vergangenen Jahrzehnten immer billiger geworden. Sie produzieren keinen radioaktiven Müll, um den sich nachfolgende Generationen noch Hunderttausende Jahre sorgen müssten. Und von ihnen geht im Falle von Unfällen oder auch bei kriegerischen Angriffen keine weltweite Gefahr aus. Deshalb setzte sich die wieder erstarkende Klimabewegung in Deutschland auch vor allem für Wind- und Solarkraft ein – und nur in einer kleinen Minderheit für AKWs.“Susanne Schwarz  Zum Originalartikel The Spectator (GB) / 26. April 2026The SpectatorLand des MediumsGroßbritannienSprache des MediumsEnglischArt des MediumsWochenzeitungErscheinungsweisewöchentlich am DonnerstagVerbreitungsgebietlandesweitPolitische AusrichtungkonservativAuflage102.200 (2021)Visits5.000.000 – 10.000.000Herausgeber/VerlagPress HoldingsOnline-BezahlmodellInhalte teilweise kostenpflichtigKohle ist der wahre KillerAus Tschernobyl wurden die falschen Schlüsse gezogen, wettert Atomwissenschaftler Tim Gregory in The Spectator:„Hätte die europäische Kernenergie nach dem Reaktorunglück auch nur mit einem Viertel ihres Wachstumstempos vor Tschernobyl weiter zugelegt, hätte sie bis 2009 genug Leistung aufgebaut, um jede mit Kohle erzeugte Terawattstunde auf dem Kontinent zu ersetzen. Stattdessen haben wir noch vier Jahrzehnte weiter Kohle verbrannt, mit über 300.000 Todesopfern. ... Ein seltenes nukleares Unglück wurde als unerträglich eingestuft, während die Opfer der Kohle stillschweigend hingenommen wurden. Europas Abhängigkeit von Kohle ist damit eines der großen energiepolitischen Versagen der Moderne – ein Sieg von Angst und Ästhetik über Vernunft und nüchternes Urteil.“Tim Gregory  Zum Originalartikel Radio Swoboda (UA) / 25. April 2026Radio SwobodaLand des MediumsUkraineSprache des MediumsRussischArt des MediumsOnlineportalVisits5.000.000 – 10.000.000Gefährlich, aber unersetzlichDer ukrainische Dienst von Radio Free Europe analysiert Risiken und Nutzen von Atomkraft im Krieg:„Atomkraftwerke sind in solchen Zeiten bedroht und es besteht eine reale Gefahr eines nuklearen Vorfalls – insbesondere an Anlagen, die besetzt sind oder beschossen werden können. … Gleichzeitig hat die Atomenergie in der Ukraine während des Krieges auch ihre Unverzichtbarkeit bewiesen. Russische Truppen haben die ukrainische Energie-Infrastruktur massiv beschossen, was zu erheblichen Stromengpässen und Blackouts führte, die besonders im harten Winter stark zu spüren waren. Wie sich herausstellte, erwies sich gerade die Kernenergie als die wichtigste Quelle der Stromversorgung.“Rostyslaw Chotyn  Zum Originalartikel