Wiiw: Osteuropa wächst deutlich stärker als Euro-Zone

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29.04.2026 10.08Online seit heute, 10.08 UhrDie Wirtschaft in Osteuropa bleibt trotz der durch den Iran-Krieg ausgelösten Energiekrise widerstandsfähig. Das Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche (wiiw) prognostiziert den dortigen EU-Ländern in seiner heute veröffentlichten Frühjahrsprognose ein Wachstum von 2,3 Prozent im Jahr 2026. Damit hängen sie die Euro-Zone (0,9 Prozent) weiterhin ab.StrukturwandelDas Modell der mittel- und osteuropäischen Staaten als günstige Produktionsstandorte für westliche Industriekonzerne steht unterdessen unter Druck. Verantwortlich dafür ist laut wiiw ein Verlust an Wettbewerbsfähigkeit durch stark gestiegene Lohnkosten, die nicht durch entsprechende Produktivitätszuwächse ausgeglichen werden.Zudem sinken die ausländischen Direktinvestitionen, während die Konkurrenz aus China zunimmt. Dieser Strukturwandel führt zu einer historischen Verschiebung: Erstmals seit Beginn der 1990er Jahre tragen die steigenden Verteidigungsausgaben ebenso stark oder sogar stärker zum regionalen Wirtschaftswachstum bei als ausländische Direktinvestitionen.Differenziertes BildEin differenziertes Bild zeigt sich in Russland. In dem wegen seines Krieges gegen die Ukraine mit westlichen Wirtschaftssanktionen belegten Land liegt das Wirtschaftswachstum auf dem Niveau Westeuropas. Für 2026 erwartet das wiiw in Russland ein Plus von 0,9 Prozent.Im Jahr 2027 soll Russlands Wirtschaftsleistung mit 1,5 Prozent stärker zulegen als jene der Euro-Länder (1,1 Prozent). Hohe Leitzinsen von 15 Prozent und ein Arbeitskräftemangel dämpfen zwar das Potenzial, jedoch bescheren die durch den Iran-Krieg stark gestiegenen Öl- und Gaspreise dem russischen Staatshaushalt unerwartete Zusatzeinnahmen.Anders stellt sich die Lage in der Ukraine dar. Der russische Luftkrieg gegen die Energieinfrastruktur sowie kriegsbedingte Importkosten für Treibstoff und Düngemittel drücken das ukrainische Wachstum 2026 auf 1,0 Prozent – allerdings von einem niedrigen Niveau ausgehend.Osteuropa stützt Österreichs KonjunkturFür Österreich bleibt die Region Mittel-, Ost- und Südosteuropa eine starke Exportstütze. Im Jahr 2026 werden die 23 Staaten der Region mit 0,12 Prozentpunkten den größten Außenbeitrag zum heimischen BIP-Wachstum aller Handelspartner liefern. Zurück zur StartseiteORF.atNicht alle Bilder konnten vollständig geladen werden. Bitte schließen Sie die Druckvorschau bis alle Bilder geladen wurden und versuchen Sie es noch einmal.