Bericht von ORF-Transparenzbeirat bis Ende Juni

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29.04.2026 10.22Online seit heute, 10.22 UhrORF-Generaldirketorin Ingrid Thurnher hat einen weisungsfreien Transparenzbeirat eingesetzt, der die Unternehmenskultur und den Umgang mit Verfehlungen von Führungskräften untersucht.Dessen Sprecherin Bettina Knötzl kündigte heute im Ö1-Morgenjournal an, die Arbeit etwa bis Ende Juni abschließen zu wollen. Aufgrund einer Anzeige von Ex-ORF-Generaldirektor Roland Weißmann leitete die Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren gegen jene ORF-Mitarbeiterin ein, die Weißmann Belästigung und Machtmissbrauch vorwirft.Kontrolliert „Altfälle“Der Beirat, der zuletzt grünes Licht auch vom Stiftungsrat erhalten hatte, ist mit unabhängigen Fachleuten, unter anderem in Sachen Arbeits- und Unternehmensrecht, besetzt. Die Fachleute untersuchen alte Fälle, etwa jenen von Pius Strobl, dem ORF-III-Chef Peter Schöber und dem früheren Chef des Landesstudios Niederösterreich, Robert Ziegler.Knötzl, die auch Präsidentin des Beirats von Transparency International ist, kündigte an, der Beirat werde den Umgang mit Verfehlungen ohne Scheuklappen aufarbeiten. Natürlich schaue man sich die „Altfälle“ an. „Es ist ja gerade Ziel und Aufgabe zu sehen, wie es zu einem Compliance-System kommt, das so aufgestellt ist, dass es richtig gut funktioniert“, so Knötzl.Knötzl: Braucht adäquate KonsequenzenKnötzl sagte, ein gut funktionierendes Compliance-System „setzt voraus, dass es adäquate Konsequenzen gibt“, sonst sei es nicht glaubwürdig.Der Beirat wird laut Ö1 die Prüfberichte und Gutachten zu den Fällen Strobl, Schöber und Ziegler einsehen. Außerdem sollen Informationen, die an die externe Meldestelle gingen, sowie Medienberichte ausgewertet werden. Den Compliance-Bericht zur Causa Weißmann kann der Transparenzbeirat dagegen nicht einsehen.Knötzl sagte, man wolle systemisch der Frage nachgehen, wie es sein kann, dass sich eine Führungsperson unangemessen verhalte und das nicht transparent gemacht werde. Knötzl würde auch das Verhalten des Stiftungsrats – der bei arbeitsrechtlichen Folgen für hochrangige Führungskräfte ja involviert sei – gern beleuchten, dazu gibt es aber derzeit kein Mandat.Der Bericht wird auch Empfehlungen enthalten. Thurnher hat angekündigt, sie werde diese vollständig umsetzen.Ermittlungsverfahren nach Weißmann-AnzeigeDie Staatsanwaltschaft bestätigte gestern Abend gegenüber der ZIB2 einen Bericht der „Kronen Zeitung“, dass nach einer Anzeige von Ex-ORF-Chef Weißmann ein Ermittlungsverfahren gegen jene ORF-Mitarbeiterin eingeleitet wurde, die Weißmann Belästigung und Machtmissbrauch vorwirft.Diese Vorwürfe hatten via Stiftungsratsspitze zum Rücktritt Weißmanns geführt. In der Anzeige geht es um den Vorwurf der Erpressung und der missbräuchlichen Verwendung von Tonaufnahmen oder Aufnahmegeräten.