Ungarn: Blinder Kampfsportler wird Sozialminister

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24.04.2026 16.00Online seit heute, 16.00 UhrUngarns künftiges Regierungskabinett ist um eine Facette reicher. Wie der designierte Regierungschef Peter Magyar heute mitteilte, wird in Ungarn erstmals ein Ministerium von einer blinden Person geleitet: Vilmos Katai-Nemeth ist Anwalt und Träger des schwarzen Gürtels in der Kampfkunst Aikido, wie Kathpress meldet. Er soll Sozial- und Familienminister werden.Laut Magyar ist die Ernennung naheliegend, da das entsprechende Ministerium für Barrierefreiheit und Chancengleichheit zuständig sei. „Als sehbehinderter Mensch kennt er die Herausforderungen von Menschen mit Behinderungen aus eigener Erfahrung“, so Magyar. Katai-Nemeth verlor seine Sehkraft im Alter von 16 Jahren. Er entwickelte unter anderem eine Selbstverteidigungsmethode für Sehbehinderte.Als künftige Bildungsministerin nominierte Magyar zudem die Bildungsforscherin Judit Lannert. Zuvor war in Berichten mit der Generaldirektorin der Zisterziensischen Schulbehörde, Rita Rubovszky, eine bekannte Persönlichkeit des katholischen öffentlichen Lebens in Ungarn, für den Posten gehandelt worden. Das löste in den Sozialen Netzwerken eine intensive Debatte über die Trennung von Kirche und Staat aus.In Ungarn findet am 9. Mai die konstituierende Sitzung des neuen Parlaments statt. Magyar wird dabei als neuer Ministerpräsident vereidigt. Er löst Viktor Orban nach 16 Jahren an der Regierungsspitze ab.