Wegweisendes Urteil gegen Oligarchen in Moldawien

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22.04.2026 15.45Online seit heute, 15.45 UhrDer prorussische Oligarch und frühere „starke Mann“ der Republik Moldawien, Wladimir Plahotniuc, ist heute in der Causa des „Diebstahls des Jahrhunderts“ bzw. der 2014 aus dem moldawischen Bankensystem verschwundenen Summen in Höhe von umgerechnet einer Milliarde Dollar (rund 850 Mio. Euro) zu 19 Jahren Haft verurteilt worden. Das Urteil hat angesichts der inneren Zerrissenheit und der russischen Versuche der Einflussnahme große Bedeutung.Das Gericht befand Plahotniuc in allen Anklagepunkten – Gründung eines kriminellen Netzwerks, Geldwäsche und Betrug – für schuldig und ordnete zudem die Einziehung von 60 Millionen Dollar aus seinem Vermögen an. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, der 60-Jährige kann dagegen berufen.Der ehemalige stellvertretende Parlamentsvorsitzende hatte sich 2019 in einer nächtlichen Aktion ins Ausland abgesetzt, nachdem die Präsidentenwahl von der Proeuropäerin Maia Sandu gewonnen worden war. Er konnte im vergangenen Juli von der griechischen Polizei infolge einer Interpol-Mitteilung auf dem Flughafen in Athen festgenommen worden, wo er gerade im Begriff war, ein Flugzeug nach Dubai zu besteigen.Im September 2025 wurde er sodann an Moldawien ausgeliefert. Den moldawischen Medien zufolge soll sich Plahotniuc in den letzten sechs Jahren in insgesamt 22 Ländern aufgehalten und 17 Pässe besessen haben, darunter aus Rumänien, Russland, Mexiko und Vanuatu.