22.04.2026 10.01Online seit heute, 10.01 UhrDer Prozess wegen Amtsmissbrauchs und Verletzung der Geheimhaltungspflicht gegen den Ex-Generalsekretär in Karin Kneissls FPÖ-Außenministerium (2017 bis 2019) ist heute fortgesetzt worden.Johannes Peterlik soll ohne Erfordernis einen als „geheim“ klassifizierten Bericht unter anderem zum Nervengift Nowitschok angefordert und dem Ex-Verfassungsschützer Egisto Ott interne Dokumente zugänglich gemacht haben. Als Zeuge schilderte ein Ex-Militärberater diplomatische Verstimmungen nach dem Vorfall.Konkret soll Peterlik den als geheim klassifizierten Bericht der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) zu einem Giftanschlag im Jahr 2018 im britischen Salisbury, der auch die Formel des Nervengifts Nowitschok zum Inhalt hatte, angefordert haben.Die Nowitschok-Formel landete schließlich bei Ex-Wirecard-Vorstand Jan Marsalek, der mittlerweile für den russischen Inlandsgeheimdienst FSB tätig sein dürfte. Eine Schiene von Peterlik zu Marsalek ist nicht belegbar. Den Anklägern zufolge soll Peterlik im Oktober 2018 aber Ex-BVT-Chefinspektor Ott mehrere OPCW-Dokumente zu den Nowitschok-Vorfällen gezeigt und diesen abfilmen lassen haben.Zu Beginn war am Mittwoch ein ehemaliger Militärberater an der österreichischen Botschaft in Den Haag, von der das Originaldokument angefragt und an das Außenministerium übermittelt wurde, als Zeuge geladen.Zum Vorfall sagte er, dass die in der „Financial Times“ veröffentlichten Deckblätter „relativ einfach“ Österreich zuordenbar gewesen seien. Danach habe die Botschaft Kontakt mit der OPCW als auch britischen Vertretern aufgenommen. Der Vorfall sei für die Botschaft in Den Haag „höchst unangenehm“ gewesen. „Wir sind da schon sehr negativ aufgefallen“, beschrieb er den Vertrauensverlust.Auch Peterliks Nachfolger als Generalsekretär, Peter Launsky-Tieffenthal, soll heute noch als Zeuge aussagen. Sollte es keine weiteren Anträge von Verteidigung oder Staatsanwaltschaft geben, ist mit einem Urteil zu rechnen. Zurück zur StartseiteORF.atNicht alle Bilder konnten vollständig geladen werden. Bitte schließen Sie die Druckvorschau bis alle Bilder geladen wurden und versuchen Sie es noch einmal.