22. April 2026Kurz vor Ablauf seines Ultimatums hat US-Präsident Donald Trump die Waffenruhe mit dem Iran auf unbestimmte Zeit verlängert. Es werde auf Bitten Pakistans keine Angriffe geben, bis die "ernsthaft zersplitterte" Teheraner Führung einen "geeinten Vorschlag" mache und Gespräche abgeschlossen seien, erklärte Trump. Nach Angaben des iranischen Außenministeriums gibt es noch keine endgültige Entscheidung über eine Teilnahme an Verhandlungen.Alle Zitate öffnen/schließen Daily Sabah (TR) / 21. April 2026Daily SabahLand des MediumsTürkeiSprache des MediumsEnglischArt des MediumsTageszeitungErscheinungsweisetäglichVerbreitungsgebietlandesweitPolitische AusrichtungregierungsnahAuflage7.000 (2018)Visits1.000.000 - 5.000.000Herausgeber/VerlagTurkuvaz Gazete Dergi Basim A.S.Online-BezahlmodellAlle Inhalte kostenfreiWenig Spielraum für KompromissDaily Sabah sieht aktuell keine guten Voraussetzungen für eine Einigung:„Das auffälligste Merkmal der Waffenruhe ist, dass sie beiden Seiten gleichzeitig erlaubt, den Sieg für sich zu beanspruchen. Diese parallelen Narrative schaffen keinen Raum für Kompromisse. Sie beseitigen ihn. Jede Führung ist nun in einem innenpolitischen Rahmen gefangen, in dem jedes Zugeständnis als Niederlage gewertet würde. ... Für Teheran ist dieser Zeitraum keine Pause, sondern eine Vorbereitungsphase. Raketenvorräte werden aufgefüllt, Luftabwehrsysteme verstärkt, Notfallpläne aktualisiert. Scheitern die Verhandlungen, wird die nächste Phase des Krieges unter härteren Bedingungen stattfinden.“Murat Yeşiltaş Zum Originalartikel Igor Semywolos (UA) / 21. April 2026Igor SemywolosLand des MediumsUkraineSprache des MediumsUkrainischDie Drohkulisse verliert an WirkungDer Nahostexperte Ihor Semywolos analysiert auf Facebook:„Man kann einer ganzen Reihe von Experten zustimmen, die sagen, dass sich die USA derzeit 'in einer schlechteren Lage' befinden als vor Beginn des Krieges. Früher konnten die USA und Israel mit einer Eskalation als Druckmittel drohen. Doch inzwischen hat die Eskalation bereits stattgefunden – und der Iran hat überlebt, die Meerenge geschlossen und neue Einflusshebel gewonnen. Die Drohung – 'wir schlagen noch einmal zu' – wirkt nun weniger überzeugend, da der erste Schlag die deklarierten Ziele nicht erreicht hat. ... Der Iran versteht das, daher – parallel zur Bereitschaft zu Gesprächen – gleichzeitig auch die Bereitschaft zur Eskalation.“Ihor Semywolos Zum Originalartikel Svenska Dagbladet (SE) / 22. April 2026Svenska DagbladetLand des MediumsSchwedenSprache des MediumsSchwedischArt des MediumsTageszeitungErscheinungsweisetäglichVerbreitungsgebietlandesweitPolitische AusrichtungkonservativAuflage155.800 (2017)Visits1.000.000 - 5.000.000Herausgeber/VerlagSchibstedOnline-BezahlmodellInhalte teilweise kostenpflichtigKrieg hat enorme politische KostenÜber Trumps Motive, die Waffenruhe zu verlängern, spekuliert Svenska Dagbladet:„Der Krieg selbst ist unpopulär und verteuert zudem die Benzinpreise für die amerikanischen Wähler, für die die hohen Lebenskosten in den USA ohnehin ein wichtiger Faktor sind. Aber das Weiße Haus könnte abgewogen haben, welche Methode – Bombardierungen oder Verhandlungen – voraussichtlich am schnellsten zu einem Friedensabkommen oder zu etwas führen würde, das als amerikanischer Sieg bezeichnet werden kann. ... Es sind nun noch 28 Wochen bis zu den Zwischenwahlen, bei denen die meisten bereits davon ausgehen, dass die Republikaner die Mehrheit im Repräsentantenhaus verlieren werden.“Göran Eriksson Zum Originalartikel Financial Times (GB) / 20. April 2026Financial TimesLand des MediumsGroßbritannienSprache des MediumsEnglischArt des MediumsTageszeitungErscheinungsweiseMontag bis SamstagVerbreitungsgebietlandesweitPolitische AusrichtungwirtschaftsliberalAuflage108.000 (2023)Visits30.000.000 – 40.000.000Herausgeber/VerlagNikkei Inc.Online-BezahlmodellAlle Inhalte kostenpflichtigWeitere Eskalation wahrscheinlichFinancial Times sieht die Wiederholung eines Musters:„Eine Eskalation ist wahrscheinlich, weil sowohl die USA als auch Iran offenbar glauben, den jeweils anderen zuerst zum Einlenken zwingen zu können. … Während des gesamten Konflikts hat die Trump-Regierung die Fähigkeit der USA, dem Iran seinen Willen aufzuzwingen, überschätzt und zugleich die Widerstandskraft des iranischen Regimes unterschätzt. Dieses Muster droht sich nun zu wiederholen. ... In den kommenden Wochen und möglicherweise Monaten ist mit Phasen der Eskalation zu rechnen, die sich mit Gesprächsphasen abwechseln – wobei diese beiden Prozesse manchmal parallel verlaufen –, während Iran und die USA die Entschlossenheit des jeweils anderen auf die Probe stellen.“Gideon Rachman Zum Originalartikel Tages-Anzeiger (CH) / 21. April 2026Tages-AnzeigerLand des MediumsSchweizSprache des MediumsDeutschArt des MediumsTageszeitungErscheinungsweiseMontag bis SamstagVerbreitungsgebietlandesweitPolitische AusrichtunglinksliberalAuflage103.000 (2023)Visits20.000.000 – 30.000.000Herausgeber/VerlagTX Group AGOnline-BezahlmodellInhalte teilweise kostenpflichtigIslamabad zeigt neues GesichtIm Konflikt zwischen Iran und den USA hat sich Pakistan als Vermittler positiv hervorgetan, findet der Tages-Anzeiger:„Das Land, selbst Atommacht, beweist gerade: Multilateralismus wirkt, auch oder vielleicht sogar gerade in der Welt der Bullys. Die Regierung und das allmächtige Militär Pakistans haben still und geduldig immer wieder Botschaften für die Kriegsparteien ausgetauscht, haben Bedingungen ausgelotet, rote Linien sondiert. Sie haben sich als zentraler Mediator selbst eine diplomatische Statur verschafft: Das ist eine neue Erfahrung für ein ansonsten recht gebeuteltes Land. Pakistan.“Tobias Matern Zum Originalartikel Die Zeit (DE) / 22. April 2026Die ZeitLand des MediumsDeutschlandSprache des MediumsDeutschArt des MediumsWochenzeitungErscheinungsweisewöchentlichVerbreitungsgebietlandesweitPolitische AusrichtunglinksliberalAuflage639.521 (2022)Visits50.000.000 – 100.000.000Herausgeber/VerlagZeitverlag Gerd Bucerius GmbH & Co. KGOnline-BezahlmodellInhalte teilweise kostenpflichtigSo weit war Obama auch schonTrump hat bislang nicht viel erreicht, stellt Die Zeit fest:„Am Ende könnte ein Deal stehen, der für die Iraner deutlich vorteilhafter ist als jenes in der Amtszeit von Barack Obama geschlossene Abkommen. Der Deal, den Trump unbedingt aufkündigen wollte. Natürlich möchte er unbedingt verhindern, dass sich eine solche Lesart durchsetzt. In mehreren Wortmeldungen betonte er gerade, wie sehr seine Vorgehensweise und das mögliche Ergebnis sich von der seines Vorvorgängers unterscheiden. Doch noch ist völlig unklar, was am Ende als Verhandlungsergebnis stehen wird. Die vergangenen Stunden sind zumindest kein Indiz dafür, dass Trump ein besseres Abkommen aushandeln wird als Obama.“Juliane Schäuble Zum Originalartikel Ilta-Sanomat (FI) / 20. April 2026Ilta-SanomatLand des MediumsFinnlandSprache des MediumsFinnischArt des MediumsTageszeitungErscheinungsweisemehrmals wöchentlichVerbreitungsgebietlandesweitPolitische AusrichtungliberalAuflage110.200 (2014)Visits1.000.000 - 5.000.000Herausgeber/VerlagSanoma Media Finland OyOnline-BezahlmodellAlle Inhalte kostenfreiObsession statt VernunftDer Iran wird kaum auf das Atomprogramm verzichten, befürchtet Ilta-Sanomat:„Keine der Parteien profitiert mehr von einer Fortsetzung des Krieges. … Die Infrastruktur des Iran wurde bereits so stark zerstört, dass der Wiederaufbau Jahre dauern wird. … Wenn Trump das Uran bekäme, könnte er den Sieg als leicht errungen erklären. Im Gegenzug könnten die Iraner neben Frieden auch die Aufhebung der Sanktionen erhalten. Das Atomprogramm scheint jedoch für die Iraner zu einer Obsession geworden zu sein, obwohl es dem Land keine Sicherheit, sondern nur Zerstörung gebracht hat. Wenn die Welt vernünftig handeln würde, wäre der Frieden bereits geschlossen. Die Welt handelt nicht vernünftig.“Seppo Varjus Zum Originalartikel La Stampa (IT) / 21. April 2026La StampaLand des MediumsItalienSprache des MediumsItalienischArt des MediumsTageszeitungErscheinungsweisetäglichVerbreitungsgebietlandesweitPolitische AusrichtungliberalAuflage110.000(2023)Herausgeber/VerlagGruppo Editoriale L’Espresso SpAOnline-BezahlmodellInhalte teilweise kostenpflichtigKaum verhandelbare SituationDie zweiwöchige Kampfpause hat einen Frieden nicht näher gebracht, bedauert La Stampa:„Wir befinden uns nicht in einem Übergang vom Krieg zum Frieden, sondern in einer Waffenruhe, die keinen Frieden einleitet, sondern ihn aufschiebt. ... Der entscheidende Punkt ist nicht, dass die Waffenruhe ausläuft, sondern dass sie bereits untergraben ist. Es wird verhandelt, während Schiffe beschlagnahmt, Bombardements angedroht und die Straße von Hormus gesperrt werden. Die Diplomatie ersetzt den Druck nicht, sondern begleitet ihn. Das Problem besteht nicht nur darin, zu verhandeln, sondern die Situation verhandelbar zu machen.“Ettore Sequi Zum Originalartikel Tages-Anzeiger (CH) / 20. April 2026Tages-AnzeigerLand des MediumsSchweizSprache des MediumsDeutschArt des MediumsTageszeitungErscheinungsweiseMontag bis SamstagVerbreitungsgebietlandesweitPolitische AusrichtunglinksliberalAuflage103.000 (2023)Visits20.000.000 – 30.000.000Herausgeber/VerlagTX Group AGOnline-BezahlmodellInhalte teilweise kostenpflichtigDie Sekte der SystemhüterDer Tages-Anzeiger erklärt, wie Irans mächtige Revolutionsgarde tickt:„Die Garde hat etwas von einer Sekte, ihre Kämpfer halten sich für auserwählt – dafür, das Regime zu sichern, das ist ihr Auftrag. Nicht den Iran, das Land, sondern die Islamische Republik. Weshalb die Drohungen aus dem Weissen Haus, man werde die Infrastruktur des Landes angreifen, sie nicht sonderlich beeindrucken. Der aktuelle Krieg ist der Ernstfall, auf den sie sich seit Jahrzehnten vorbereitet haben. Er ist nicht, wie für Donald Trump, ein Thema von mehreren. Jemand wie [Gardekommandeur] Ahmad Vahidi fühlt sich in einem historischen Moment, jenem, in dem das System seinen grössten Test erlebt.“Raphael Geiger Zum Originalartikel Kurier (AT) / 19. April 2026KurierLand des MediumsÖsterreichSprache des MediumsDeutschArt des MediumsTageszeitungErscheinungsweisetäglichVerbreitungsgebietlandesweitPolitische Ausrichtungliberal-konservativAuflage113.500 (montags bis samstags, 2023) 245.500 (sonntags, 2023)Visits10.000.000 – 20.000.000Herausgeber/VerlagKurier Zeitungsverlag und Druckerei GmbHOnline-BezahlmodellInhalte teilweise kostenpflichtigRiss im MachtgefügeDie Fronten innerhalb des iranischen Regimes betrachtet der Kurier:„Der Iran hat kaum noch Luft, ehe seine Wirtschaft endgültig zusammenbricht. ... Das aber scheinen nur einige politische Führungsfiguren in Teheran zu sehen, während die Revolutionsgarden keinen Millimeter zurückweichen wollen. Der Riss im Machtgefüge im Iran ist also schon erkennbar zwischen jenen, die das Land mit erheblichen, aber noch mühsam zu erringenden Zugeständnissen an die USA aus dem Krieg führen wollen. Und jenen, die den Gottesstaat mit der blinden Wut von religiösem Fanatismus eher der Vernichtung preisgeben als einlenken wollen. Für die kommenden Wochen und Monate wird es von entscheidender Bedeutung sein, welcher der verschiedenen Flügel sich in Teheran durchsetzt.“Ingrid Steiner-Gashi Zum Originalartikel Echo (RU) / 19. April 2026EchoLand des MediumsRusslandSprache des MediumsRussischArt des MediumsOnlineportalErscheinungsweisetäglichPolitische AusrichtungregierungskritischHerausgeber/VerlagRadio Echo GmbHOnline-BezahlmodellAlle Inhalte kostenfreiEin einzelner Verräter könnte das Blatt wendenDer Politologe Wladimir Pastuchow schreibt in einem von Echo übernommenen Telegram-Post:„Wir alle sind davon abhängig, ob sich in der obersten Führung der Revolutionsgarden ein Verräter findet, der auf die Seite der 'Zivilverwaltung' (wo es, wie in jeder Despotie, genügend Kollaborateure gibt) wechselt und damit die Voraussetzungen für eine sanfte Kapitulation des Iran schafft. Wenn das geschieht, erweist sich Trump als großer Glückspilz – und wir mit ihm. Der Konflikt wird eine Art 'Halblösung' erfahren, und wir werden noch eine Weile in den uns vertrauten Paradigmen einer zerfallenden, aber auf ihre Weise liebenswerten (im Vergleich zu dem, was auf uns zukommt) Weltordnung leben können.“Wladimir Pastuchow Zum Originalartikel El País (ES) / 19. April 2026El PaísLand des MediumsSpanienSprache des MediumsSpanischArt des MediumsTageszeitungErscheinungsweisetäglichVerbreitungsgebietlandesweitPolitische AusrichtunglinksliberalAuflage92.000 (2020)Herausgeber/VerlagPrisaOnline-BezahlmodellInhalte teilweise kostenpflichtigNicht einmal der Hauch eines LichtblicksKommentator Lluís Bassets zeigt sich in El País resigniert:„Fragile, vorübergehende und sogar widersprüchliche Waffenruhen statt eines allgemeinen Waffenstillstands und eines Friedens, den die Region verdient. ... Es grenzt an ein Wunder, wenn solche Waffenruhen aufrechterhalten werden. ... Wenn die Waffen zwischen Israel und der Hisbollah nicht wirklich schweigen, werden die Friedensgespräche zwischen Iranern und Amerikanern kaum weiterführen. ... Mit übereilten Verhandlungen sollen ungelöste Streitigkeiten beigelegt werden, die im Iran seit 1979 herrschen und im Libanon seit 1948. ... Trotz der falschen Siegeseuphorie, die Trump an den Tag legt, sieht niemand auch nur den Hauch einer Chance für eine friedliche und einvernehmliche Lösung solch heikler Streitigkeiten.“Lluís Bassets Zum Originalartikel Diário de Notícias (PT) / 18. April 2026Diário de NotíciasLand des MediumsPortugalSprache des MediumsPortugiesischArt des MediumsWochenzeitungErscheinungsweisewöchentlich am SamstagVerbreitungsgebietlandesweitPolitische Ausrichtungliberal-konservativAuflage1.209 (2023)Visits10.000.000 – 20.000.000Herausgeber/VerlagGlobal Notícias Media Group, SAOnline-BezahlmodellInhalte teilweise kostenpflichtigRüstungskontrolle kaum möglichTrotz Sanktionen und Überwachung war dem Iran eine versteckte Aufrüstung gelungen, analysiert Diário de Notícias:„Der Rauch, der über den Städten und Industriekomplexen des Irans schwebt, sollte eine der größten Illusionen der modernen Geopolitik zerstreuen: nämlich die, dass Wirtschaftssanktionen und die Überwachung durch die IAEO wirksam seien, um die militärischen Ambitionen Teherans einzudämmen. Die Realität beweist das Gegenteil. Während sich die Welt auf die technische Debatte über kleine Mengen angereicherten Urans und das Schicksal des Atomabkommens konzentrierte, vollzog das iranische Regime eine stille, aber tiefgreifende militärische Transformation, deren Ergebnisse inzwischen für alle sichtbar sind.“ Zum Originalartikel Novinky.cz (CZ) / 19. April 2026Novinky.czLand des MediumsTschechienSprache des MediumsTschechischArt des MediumsOnlineportalVerbreitungsgebietlandesweitPolitische AusrichtunglinksliberalHerausgeber/VerlagBorgis a.s./Seznam.cz a.s.Online-BezahlmodellAlle Inhalte kostenfreiDie Lage bleibt unsicherDie Freude über die Öffnung der Straße von Hormus hielt nicht einmal 24 Stunden an, beklagt Novinky.cz:„Der Optimismus am Morgen wich der harten Realität, als zwei Schiffe – ein Tanker und ein Containerschiff – gerammt wurden. ... Der einzige Vorteil: Der Ölpreis, der am Freitag nach der Ankündigung der Öffnung der Straße gefallen war, konnte nicht steigen, da am Wochenende kein Öl gehandelt wird. ... Eines sollten wir alle daraus lernen: Der Umgang mit dem Iran wird nicht einfach. Alles andere wäre naiv. Und selbst wenn es einfach wäre, ist es immer besser, positiv überrascht zu werden, als einer Situation gegenüberzustehen, auf die man nicht vorbereitet ist. Natürlich beantwortet das nicht die entscheidende Frage: Soll man jetzt tanken oder erst in einer Woche?“Alex Švamberk Zum Originalartikel