Iranisches Präsidialamt rechtfertigt Internetsperren

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26.04.2026 22.40Online seit heute, 22.40 UhrIm Iran sieht sich das Präsidialamt nach heftiger Kritik an den Internetsperren im Land zu einer Rechtfertigung der Maßnahmen gezwungen. „Auch der Präsident ist strikt gegen eine eingeschränkte Internetnutzung für die Bevölkerung“, behauptete die Pressestelle des Präsidialamts heute auf der Plattform X.Das Projekt „Pro Internet“ – so werden die Einschränkungen in der Islamischen Republik genannt – sei nicht dauerhaft, sondern lediglich eine vom Sicherheitsrat verhängte vorübergehende Maßnahme. Diese gelte in der aktuellen Kriegssituation, hieß es weiter. Nach Ende der Konflikte werde der reguläre Zugang für alle Bürgerinnen und Bürger wiederhergestellt.Seit Beginn des Iran-Krieges am 28. Februar ist der Zugang zum Internet in der Islamischen Republik nahezu vollständig gesperrt. Der Zugriff ist seither auf das „nationale Internet“ beschränkt, in dem ausschließlich vom Staat genehmigte Websites verfügbar sind.Millionen Iranerinnen und Iraner haben seit Beginn der Sperre daher praktisch keinen Kontakt mehr zu Angehörigen im Ausland. Auch wirtschaftlich sind die Folgen erheblich. Vor allem rund eine Million Onlinehändler leiden unter der Blockade.Zugleich können staatliche Institutionen, Anhänger des Machtapparats sowie Medien weiterhin weitgehend ungehindert das Internet nutzen: Das staatliche Projekt „Pro Internet“ gewährt bestimmten Berufsgruppen und staatlich ausgewählten Personen Zugang.Es sorgt landesweit für Empörung. Kritiker bezeichnen es als „Zweiklasseninternet“ und klare Diskriminierung der normalen Bürgerinnen und Bürger gegenüber politisch und wirtschaftlich privilegierten Gruppen.Offiziell begründet der Staat die Sperren mit sicherheitsrelevanten Gründen. Beobachter gehen jedoch davon aus, dass das autoritäre islamische System vor allem verhindern wollte, dass Berichte, Bilder und Videos über das tatsächliche Ausmaß der Kriegsschäden sowie über die wahre Stimmung im Land in sozialen Netzwerke verbreitet werden. Zurück zur StartseiteORF.atNicht alle Bilder konnten vollständig geladen werden. Bitte schließen Sie die Druckvorschau bis alle Bilder geladen wurden und versuchen Sie es noch einmal.