Der Donnerstag an den Börsen hatte es in sich — und SAP rettete sich erst nach Handelsschluss. Während der DAX mit einem moderaten Minus von 0,16 Prozent bei 24.155 Punkten aus dem Handel ging, spielte sich das eigentliche Drama im Softwaresektor ab: Die KI-Disruption schlägt mit voller Wucht in die Bilanzen der etablierten Softwareriesen ein.ServiceNow brach um fast 18 Prozent ein, Workday verlor über 9 Prozent, IBM knapp 8,3 Prozent — und Salesforce, Adobe, Atlassian und Autodesk reihten sich nahtlos in das Blutbad ein. Der Markt bewertet die alten Lizenz- und SaaS-Modelle immer aggressiver als Auslaufmodelle, solange KI-native Konkurrenten nachrücken.Zum Kontrast: Texas Instruments schoss um 19 Prozent nach oben. Das Unternehmen meldete für das erste Quartal 2026 einen Umsatzsprung von 19 Prozent auf 4,83 Milliarden Dollar sowie ein operatives Ergebnis, das um 37 Prozent auf 1,81 Milliarden Dollar kletterte. Chips ja, klassische Software nein — die Botschaft der Märkte ist eindeutig.SAP entkam der Verkaufswelle nur knapp durch gute Zahlen nach Börsenschluss. Tagsüber noch mit einem Minus von über 6 Prozent gehandelt, kratzte die Aktie nachbörslich fast die 150-Euro-Marke. Der Walldorfer Konzern steigerte seinen Quartalsumsatz um 6 Prozent auf 9,56 Milliarden Euro, das Betriebsergebnis um 17 Prozent — vorerst kein Opfer der Disruption, aber das Damoklesschwert hängt auch über Walldorf.Am Devisenmarkt notiert der Euro weiterhin stark bei 1,17 Dollar. Die Einkaufsmanagerindizes der Eurozone trübten das Bild jedoch ein: Der Gesamtindex rutschte auf 48,6 Punkte — ein 17-Monatstief und klar im Kontraktionsbereich. Die US-Werte lagen mit 54,0 (Industrie) und 51,3 (Dienstleistungen) komfortabel darüber. Der transatlantische Graben wächst.Gold gab weiter nach und markierte das tiefste Niveau seit dem 13. April. Als Grund gilt die Iran-Kriegsprämie bei den Energiepreisen, die Inflation anheizt und die Fed zu weiteren Zinspausen zwingt — die nächste FOMC-Entscheidung fällt am 29. April. Höhere Opportunitätskosten und Zentralbankverkäufe aus Russland und der Türkei belasten den Goldpreis zusätzlich. Der NASDAQ100 hingegen markierte intraday mit 27.007 Punkten ein neues Allzeithoch — unbeeindruckt von Krieg, Ölpreisen und geopolitischem Dauerchaos. Die Börse schaut durch das alles hindurch. Vorerst.