Wundersame Selbstreparatur einer Pipeline | Weltwoche - Schweiz

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23. April 2026Nachdem die Ukraine die Reparatur der beschädigten Druschba-Pipeline bekannt gegeben hat, hat Ungarn seine monatelange Blockade eines 90-Milliarden-Euro-Kredits für Kyjiw aufgegeben. Der abgewählte ungarische Premier Viktor Orbán trug den EU-Beschluss mit. Brüssel gab zudem grünes Licht für ein neues Sanktionspaket gegen Russland. Kommentatoren beleuchten Motive und Zusammenhänge.Alle Zitate öffnen/schließen La Stampa (IT) / 23. April 2026La StampaLand des MediumsItalienSprache des MediumsItalienischArt des MediumsTageszeitungErscheinungsweisetäglichVerbreitungsgebietlandesweitPolitische AusrichtungliberalAuflage110.000(2023)Herausgeber/VerlagGruppo Editoriale L’Espresso SpAOnline-BezahlmodellInhalte teilweise kostenpflichtigImmerhin etwas erreichtJetzt hat die EU etwas zum Vorzeigen, meint La Stampa:„Das doppelte Signal kam gestern gegen Mittag. ... Die ungarischen und slowakischen Botschafter gaben grünes Licht für den Beginn des schriftlichen Verfahrens zur endgültigen Genehmigung des 90-Milliarden-Euro-Kredits an die Ukraine und des 20. Sanktionspakets gegen Russland, das zwei Monate lang blockiert war. ... Sollte keine Regierung Einwände erheben – was laut mehreren EU-Quellen unwahrscheinlich ist –, können die europäischen Staats- und Regierungschefs den doppelten 'Erfolg' heute Abend am ersten Tag des informellen Gipfels in Zypern feiern, der justament mit einer Rede von Wolodymyr Selenskyj eröffnet wird. Die Nachricht dient dazu, das Gesicht auf einem Gipfel zu wahren, auf dem viel diskutiert, aber wenig beschlossen werden wird.“Marco Bresolin  Zum Originalartikel Weltwoche (CH) / 22. April 2026WeltwocheLand des MediumsSchweizSprache des MediumsDeutschArt des MediumsWochenzeitungErscheinungsweisewöchentlich am DonnerstagVerbreitungsgebietlandesweitPolitische AusrichtungrechtsAuflage38.000 (2022)Visits< 500.000Herausgeber/VerlagWeltwoche Verlags AGOnline-BezahlmodellAlle Inhalte kostenpflichtigWundersame Selbstreparatur einer PipelineDie Weltwoche staunt, dass unmittelbar nach der Abwahl Orbáns in Ungarn wieder Öl durch die Leitung fließt:„Wunder über Wunder! Monatelang blockierte die Ukraine den Zugang zur angeblich bei einem russischen Angriff beschädigten Druschba-Pipeline, über die Öl aus Russland nach Ungarn und in die Slowakei geflossen war. In Budapest und Bratislava vermutete man, dass Kiew so die ungarischen Wahlen beeinflussen wollte. Wohl nicht zu Unrecht. Kaum wurde Orbán abgewählt, war die Pipeline über Nacht wieder heil. Fliessen soll nun nicht nur Öl, sondern auch Kohle. ... Ein Schuft, wer Böses dabei denkt. Wunder geschehen schliesslich immer wieder. Auch die Selbstreparatur einer Pipeline.“Wolfgang Koydl  Zum Originalartikel Denník Postoj (SK) / 22. April 2026Denník PostojLand des MediumsSlowakeiSprache des MediumsSlowakischArt des MediumsOnlineportalErscheinungsweisetäglichVerbreitungsgebietlandesweitPolitische AusrichtungkonservativOnline-BezahlmodellAlle Inhalte kostenfreiKyjiws Vorgehen ist nachvollziehbarDenník Postoj zeigt Verständnis für die Ukraine:„Die Unterbrechung des Öltransports durch die Druschba-Pipeline war auf russische Bombenangriffe zurückzuführen. ... Eine gewisse Unflexibilität, vielleicht sogar Zurückhaltung, mit der die ukrainische Seite die Reparatur und Wiederherstellung des Öltransports durch die Druschba anging, war angesichts der Ziele der Ukraine verständlich. Wenn der Feind den Krieg gegen einen mithilfe der Infrastruktur finanziert, die über das eigene Territorium verläuft, ist es nur natürlich, dass man dieser Infrastruktur selbst keine besondere Aufmerksamkeit entgegenbringt. Besonders dann, wenn sich am anderen Ende der Ölpipeline zwei Länder (Ungarn und die Slowakei) befinden, die zumindest verbal mehr mit dem Feind als mit einem selbst sympathisieren.“Erik Potocký  Zum Originalartikel Frankfurter Allgemeine Zeitung (DE) / 23. April 2026Frankfurter Allgemeine ZeitungLand des MediumsDeutschlandSprache des MediumsDeutschArt des MediumsTageszeitungErscheinungsweisemehrmals wöchentlichVerbreitungsgebietlandesweitPolitische AusrichtungkonservativAuflage190.364 (2022)Visits50.000.000 – 100.000.000Herausgeber/VerlagFrankfurter AllgemeineZeitung GmbHOnline-BezahlmodellInhalte teilweise kostenpflichtigSelenskyj nicht alles durchgehen lassenWarum das Öl jetzt plötzlich fließt, erklärt die Frankfurter Allgemeine Zeitung:„Die Klempnerarbeit an der Pipeline gehorchte offensichtlich einem politischen Zeitplan. ... Viktor Orbán, der seit Jahren eine russlandfreundliche Politik treibt, wurde abgewählt. ... Bemerkenswert ist, dass er [Orban] jetzt ... zu seinem Wort steht: Fließt Öl, gibt er grünes Licht. Das ändert nichts daran, dass er sich gegenüber der Ukraine seit 2014 feindselig und innerhalb der EU illoyal verhalten hat. Aber auch das ist wahr: Kiew setzt seine Interessen ausgesprochen hemdsärmelig durch, manchmal auch gegenüber Ländern, die es besser als Partner gewinnen sollte. Alles sollte man Selenskyj nicht durchgehen lassen.“Stephan Löwenstein  Zum Originalartikel Pravda (SK) / 21. April 2026PravdaLand des MediumsSlowakeiSprache des MediumsSlowakischArt des MediumsTageszeitungErscheinungsweisemehrmals wöchentlichVerbreitungsgebietlandesweitPolitische AusrichtunglinksliberalAuflage25.500 (2022)Visits1.000.000 - 5.000.000Herausgeber/VerlagOur Media SR und Ivo ValentaOnline-BezahlmodellInhalte teilweise kostenpflichtigEU hat brav zugeschautDie EU hätte von Kyjiw Beweise für die Beschädigung der Pipeline fordern müssen, meint Pravda:„Viktor Orbán setzte einen EU-Kredit in Höhe von 90 Milliarden Euro an die Ukraine aus. Die EU-Staats- und Regierungschefs waren verärgert über Budapest, rügten Orbán, verlangten aber von Selenskyj keine relevanten Beweise für die Schäden an der Pipeline. In einer faktenbasierten Gesellschaft sollte dies selbstverständlich sein, war es aber nicht. ... Worum ging es in diesem ganzen 'Krieg' um die Druschba eigentlich? Sollte Putin bestraft werden, sollte Orbán besiegt werden? Weder noch. Selenskyj hat lediglich gezeigt, wer das Sagen hat. Und die Führer der EU sahen gehorsam zu.“Igor Daniš  Zum Originalartikel