27.04.2026 06.44Online seit heute, 6.44 UhrAHS-Lehrergewerkschafter Herbert Weiß (FCG) appelliert an die Politik, sich bei Bildungsreformen stärker auf die Kindergärten zu konzentrieren. Derzeit sieht er Österreich hier nicht gut aufgestellt – weder bei den vergleichsweise geringen staatlichen Ausgaben, noch bei den Bildungsergebnissen der Kinder.„Momentan beschäftigt man sich mit Dingen, wo es eigentlich keine Probleme gibt – Stichwort KI statt Latein. Und dort, wo man wirklich hinschauen sollte, tut man zu wenig.“ Wenn man nicht früh genug anfange, helfe alles nachträgliche „Herumdoktern“ nichts, betonte Weiß in einem Interview, das die APA heute publizierte.Als Indiz für Reformbedarf bei der frühkindlichen Bildung sieht man in der AHS-Gewerkschaft etwa Ergebnisse bei der letzten Ausgabe der Volksschul-Lesestudie PIRLS von 2021: Während laut Elternbefragung im internationalen Schnitt ein Drittel der Kinder bei Schulbeginn wenig bis keine grundlegenden Lesefähigkeiten mitgebracht hat (u.a. Erkennen von Buchstaben, Schreiben von Wörtern, einfaches Lesen), waren es in Österreich 62 Prozent.Es gehe ihm nicht darum, dass alle Kinder bei Schuleintritt schon lesen und rechnen können, beteuerte Weiß. Aber es gebe Klagen, dass Kinder die einfachsten Fähigkeiten nicht mitbringen und weder einen Stift halten noch eine Schere benutzen oder einem anderen drei Minuten lang zuhören könnten. Derzeit fehlten den Pädagoginnen und Pädagogen dafür aber zwischen Personalmangel, zu wenig Unterstützung und Gruppen mit zu vielen Kindern, schlicht die Möglichkeiten, so Weiß.