22.04.2026 20.31Online seit heute, 20.31 UhrZum Chaos bei der Wahl in Peru kommt jetzt auch noch eine Regierungskrise hinzu: AußenministerHugo de Zela und Verteidigungsminister Carlos Díaz traten heute zurück. Sie protestierten damit gegen den Stopp des geplanten Kaufs von US-Kampfjets im Wert von 3,5 Milliarden Dollar (rund drei Mrd. Euro).Die beiden zurückgetretenen Regierungsmitglieder hoben hervor, dass die Glaubwürdigkeit des südamerikanischen Landes auf dem Spiel stehe, da der Vertrag zum Kauf der F-16-Kampfjets bereits unterzeichnet sei. Übergangspräsident Jose Marea Balcazar hatte jedoch verkündet, er werde die Entscheidung über den endgültigen Kauf der Kampfjets seinem gewählten Nachfolger überlassen.In einer Stichwahl soll am 7. Juni in Peru der neue Präsident bestimmt werden. Die erste Runde war aber chaotisch verlaufen, die Ergebnisse sollen erst Mitte Mai veröffentlicht werden. Bei der Wahl eines neuen Staatsoberhauptes und eines neuen Parlaments am 12. April hatte es teilweise Probleme mit den Wahlunterlagen gegeben. Deshalb blieben in vielen Orten die Wahllokale länger geöffnet als geplant.Es zeichnet sich eine Stichwahl zwischen der rechtspopulistischen Kandidatin Keiko Fujimori und einem weiteren Kandidaten ab. Der Rechtsextreme Rafael Lopez Aliaga und zwei linke Kandidaten lagen nach Auszählung von über 80 Prozent der Stimmern aber fast gleichauf. Lopez Aliaga sprach von „schwerem Wahlbetrug“ und forderte eine Annullierung der ersten Runde.Die Politikverdrossenheit in Peru ist groß. Fast alle Präsidenten der vergangenen Jahre wurden der Korruption oder Geldwäsche verdächtigt oder sitzen deshalb in Haft. In Umfragen geben mehr als 90 Prozent der Befragten an, kein oder wenig Vertrauen in die Politik zu haben.