03.03.2026 00.01Online seit heute, 0.01 UhrBerlinale-Intendantin Tricia Tuttle will an ihrem Posten festhalten. „Ich bin sehr stolz auf mein Team und das Festival und möchte die gemeinsam begonnene Arbeit in vollem Vertrauen und mit institutioneller Unabhängigkeit fortsetzen“, sagte Tuttle (55) gestern vor einer für morgen einberufenen Aufsichtsratssitzung.Bei dieser soll es um die Ausrichtung von Deutschlands größtem Filmfest gehen. Zuvor war heftig über die Zukunft der Intendantin und des Festivals selbst diskutiert worden.Der deutsche Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) hatte zuvor der „Rheinischen Post“ gesagt, Tuttle habe von sich aus ihre Zukunft bei der Berlinale infrage gestellt. Sie habe ihm und seinem Amtschef vergangenen Dienstag gesagt, „sie könne in dieser vergifteten Atmosphäre und ihren politischen Spannungen die Berlinale kaum weiterführen“.Nun erklärte Tuttle, dass sie im Amt bleiben möchte. Als sie mit Weimer gestern Abend gesprochen habe, habe sie sich die Frage gestellt, „ob ich in einem Umfeld, in dem meine Führungsrolle und die Integrität der Berlinale öffentlich ernsthaft in Zweifel gezogen wurden, weiterhin effektiv arbeiten könnte“, erklärte Tuttle. „Wir diskutierten die Möglichkeit meiner einvernehmlichen Kündigung. Das waren ehrliche Gespräche.“Die „Bild“-Zeitung hatte einige Tage nach Ende des Filmfestivals berichtet, Tuttle solle abberufen werden. Hintergrund sei der Umgang mit dem Nahostkonflikt während des Festivals im Februar. Nachdem Weimer eine außerordentliche Aufsichtsratssitzung für vergangenen Donnerstag einberufen hatte, formierte sich in der Kulturbranche breiter Protest.