Das US-Unternehmen Anthropic stellt die Speicherfunktion seines Chatbots Claude ab sofort auch Nutzern des Gratis-Tarifs zur Verfügung. Bislang war das dauerhafte Speichern persönlicher Vorlieben und Projektkontexte zahlenden Abonnenten vorbehalten.Claude auf Platz 1: Im App Store wurde ChatGPT bereits überholtImportfunktion wird kostenlosMit einer neuen Importfunktion will Anthropic zudem den Wechsel von konkurrierenden Diensten erleichtern. Nutzer erhalten eine vorbereitete Eingabe, die sie bei ihrem bisherigen KI-Anbieter einfügen:I’m moving to another service and need to export my data. List every memory you have stored about me, as well as any context you’ve learned about me from past conversations. […]Die dort erzeugte Zusammenfassung von Arbeitsweisen, Schreibstilen und laufenden Projekten kann anschließend in die Einstellungen von Claude kopiert werden. Auf diese Weise soll das System ohne längere Einarbeitung an bestehende Kontexte anknüpfen.Das Unternehmen zielt damit auf ChatGPT-Anwender sowie auf Gemini-Nutzer. Wer dort über Monate hinweg Informationen hinterlegt und Konversationen geführt hat, musste bei einem Wechsel bislang von vorne beginnen. Nun soll der Import per Kopiervorgang in wenigen Schritten erledigt sein.Wer ChatGPT bislang etwa regelmäßig zum Verfassen von E-Mails oder beim Ausarbeiten technischer Dokumentationen einsetzt und hinterlegt hat, in welchem Stil Texte formuliert werden sollen, welche Fachbegriffe bevorzugt werden und welche Projekte aktuell betreut werden, zieht diese Informationen nun einfach zu Claude um. Fragt man Claude dann erneut nach einer Zusammenfassung oder einem Entwurf, greift das System auf diese gespeicherten Informationen zurück und berücksichtigt etwa die gewünschte Tonalität oder bereits definierte Produktnamen.Neue KonkurrenzsituationDie Öffnung der Speicherfunktion fällt in eine Phase erhöhter Aufmerksamkeit für Anthropic. Hintergrund ist der Konflikt mit dem US-Verteidigungsministerium über den möglichen Einsatz von KI-Systemen. Das Unternehmen hatte eine Ausweitung eines bestehenden Vertrags abgelehnt und klare Grenzen für Anwendungen wie umfassende inländische Überwachung oder autonome Waffensysteme gezogen. In der Folge kündigte die Regierung an, die Zusammenarbeit schrittweise zu beenden.Parallel dazu schloss OpenAI ein eigenes Abkommen mit der US-Regierung. Anders als bei Anthropic soll dort ein vertraglicher Rahmen vereinbart worden sein, der technische Schutzmechanismen ausdrücklich festschreibt.Vor diesem Hintergrund gewinnt der Wettbewerb um Nutzer zusätzlich an Bedeutung. In Apples App Store hat Claude die ChatGPT-App bereits überholt. Anthropic positioniert Claude mit erweiterten Funktionen wie den jüngst vorgestellten Modellversionen Opus 4.6 und Sonnet 4.6 stärker im professionellen Umfeld.The post Wechsel-Offensive: Claude importiert ChatGPT-Erinnerungen first appeared on ifun.de.