19.04.2026 08.43Online seit heute, 8.43 UhrNach der chaotischen ersten Runde der Präsidentschaftswahl in Peru sollen die Ergebnisse erst in rund einem Monat veröffentlicht werden. Die Generalsekretärin von Perus oberstem Wahlgericht, Yessica Clavijo, sagte gestern im Radiosender RPP, die Ergebnisse würden für Mitte Mai erwartet.Sie begründete das mit der notwendigen Überprüfung von mehr als 15.000 Stimmzetteln. Davon gehören 30 Prozent zur Präsidentschaftswahl und der Rest zu den ebenfalls abgehaltenen Parlamentswahlen.Bei der Wahl eines neuen Staatsoberhauptes und eines neuen Parlaments hatte es am vergangenen Sonntag teilweise Probleme mit den Wahlunterlagen gegeben. In vielen Orten blieben deshalb die Wahllokale länger geöffnet als geplant, am Montag öffneten einige Wahllokale erneut. Die Auszählung der Stimmen ist immer noch nicht abgeschlossen, weil es Klagen gegen einzelne Ergebnisse gab.Nach Auszählung von 93,4 Prozent der Stimmen liegt die rechtspopulistische Kandidatin Keiko Fujimori mit 17 Prozent der Stimmen in Führung. Die Tochter des wegen Korruption verurteilten früheren Staatschefs Alberto Fujimori tritt damit voraussichtlich im Juni in einer Stichwahl gegen den Zweitplatzierten an.Das Rennen um Platz zwei ist aber sehr eng: Der linke Ex-Minister Roberto Sanchez liegt bei zwölf, der rechtsextreme Kandidat Rafael Lopez Aliaga bei 11,9 Prozent.Am Donnerstag waren in einem Müllcontainer in der Hauptstadt Lima vier Kisten mit 1.200 Stimmzetteln entdeckt worden. Der Präsident des obersten Wahlgerichts, Roberto Burneo, sprach vor einem Parlamentsausschuss von „schwerwiegenden Unregelmäßigkeiten“ bei der Wahlbehörde.