Westenthaler will Vorverlegung der ORF-Wahl

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21.04.2026 13.28Online seit heute, 13.28 UhrDer von der FPÖ entsandte ORF-Stiftungsrat Peter Westenthaler will bei der Stiftungsratssitzung am Donnerstag einen Antrag auf Vorverlegung der Generaldirektorenwahl auf 11. Juni einbringen. Das sagte er heute bei einer Pressekonferenz mit FPÖ-Mediensprecher Christian Hafenecker.Zudem forderte er Einsicht in den Compliance-Bericht in der Causa Roland Weißmann sowie eine Untersuchung zur „Motivlage“ jener Frau, die den Ex-Generaldirektor beschuldigt. Westenthaler forderte auch, dass bis zum Antritt der neuen Generaldirektion Anfang 2027 von der interimistischen Führung keinerlei Personalentscheidungen ohne Rücksprache mit dem oder der Designierten sowie dem Stiftungsrat getroffen werden.Ob Westenthaler für Ingrid Thurnher als interimistische Generaldirektorin stimmen wird, werde er entscheiden, sobald er Thurnhers Pläne gehört habe. Bisher vermisse er die angekündigte Transparenz und sprach von einem „Kommunikationsdesaster“ der vergangenen Wochen.„Rolle von Pius Strobl untersuchen“„Jetzt muss alles auf den Tisch, auch wenn wir zwei Tage sitzen“, so Westenthaler, der auch die Rolle von ORF-Manager Pius Strobl im Zuge der Vorwürfe gegen Weißmann untersucht haben will. Schließlich sei die betreffende Frau eine langjährige Mitarbeiterin Strobls. Hafenecker zeigte sich „überzeugt, dass in der Causa Strobl noch was kommt“.Infrage stellte Westenthaler auch die Formulierung des ORF, wonach bereits der „Anschein eines unrechtmäßigen Verhaltens“ – wie im Fall Weißmann – zu einer Kündigung führen könne, und verwies auf vorliegende Berichte zum Fehlverhalten anderer hochrangiger ORF-Mitarbeiter, die nach wie vor im Unternehmen tätig seien.Betroffene: „Eindeutige Lüge“ WeißmannsDie Frau, die Weißmann Fehlverhalten ihr gegenüber vorwirft, äußerte sich unterdessen über ZIB2 und „Falter“. Gegenüber der ZIB2 sagte die ORF-Mitarbeiterin, dass es eine „eindeutige Lüge“ von Weißmann sei, dass die Beziehung zu ihm einvernehmlich und wechselseitig gewesen sei.Den Compliance-Bericht, der keine sexuelle Belästigung feststellen konnte, könne sie „gar nicht nachvollziehen“. Der „Falter“ hatte sich indes dazu entschieden, Chatauszüge zu zitieren. Sowohl das Interview als auch die Veröffentlichung von Chatauszügen im „Falter“ sind eine Reaktion auf die kürzlich abgeschlossene Compliance-Untersuchung im ORF zu der Causa.Die interimistische ORF-Chefin Thurnher teilte in einem Statement gegenüber der ZIB2 mit, dass die nun veröffentlichten Chatinhalte „verstörend, schockierend und inakzeptabel“ seien. Mit der (angekündigten) Beendigung des Dienstverhältnisses von Weißmann habe man den richtigen Schritt gemacht. Weißmann selbst will gegen seine Kündigung vorgehen. Es liege eine „Motivkündigung“ vor, meinte sein Anwalt.Compliance-Bericht sieht keine sexuelle BelästigungDie Compliance-Untersuchung des ORF unter Beiziehung einer Wiener Anwaltskanzlei war zuvor zu dem Ergebnis gekommen, dass im Falle Weißmanns keine sexuelle Belästigung im strafrechtlichen als auch im Sinne des Gleichbehandlungsgesetzes habe festgestellt werden können.„Uns hat sich auch der Eindruck ergeben, dass der Austausch für keine der beiden Seiten unerwünscht war“, hielt der ORF-externe Anwalt Christopher Schrank als einer der beigezogenen Juristen in der Vorwoche fest.