17.04.2026 16.06Online seit heute, 16.06 UhrDie Umweltschutzorganisation Greenpeace hat wegen einer Katastrophenübung im Steinbruch Pilgersdorf im burgenländischen Bezirk Oberpullendorf Anzeige erstattet, wie heute bekannt wurde.Im Oktober 2025 seien Schülerinnen und Schüler dort vergraben und auf staubige Förderbänder gelegt worden, um Bergungen zu trainieren. Wenige Monate später, im Jänner 2026, wurde der Steinbruch aufgrund einer Asbestbelastung behördlich geschlossen, kritisierte Greenpeace-Sprecher Stefan Stadler. Das Land, der Betriebsleiter des Pilgersdorfer Steinbruchs, Frank Eichhorn, und die ARGE Naturgestein wiesen die Vorwürfe zurück.Vorwürfe der GefährdungDie Anzeige ging an die Staatsanwaltschaft Eisenstadt und richtet sich neben der Betreiberfirma des Steinbruchs auch gegen die Bezirkshauptmannschaft und den zuständigen Landesrat Heinrich Dorner (SPÖ). Eingebracht wurde die Sachverhaltsdarstellung unter anderem wegen Gefährdung der körperlichen Sicherheit und Gemeingefährdung.Land erwägt Anzeige wegen VerleumdungVom Land Burgenland hieß es dazu, man sehe der Anzeige gelassen entgegen, halte das Vorgehen von Greenpeace aber für befremdlich und erwäge eine Anzeige wegen Verleumdung. Der Vorwurf, man habe die Teilnehmer in Gefahr gebracht, sei falsch.Zum Zeitpunkt der Übung habe der Steinbruch über alle Genehmigungen verfügt und den Behörden lagen keinerlei Hinweise auf eine Gefährdungslage vor, hielt das Land in einer schriftlichen Stellungnahme fest.„Gesundheitlich vernachlässigbar“Erst einen Monat nach der Übung seien im Zuge von Kontrollen geologische Gesteinsproben entnommen worden, bei denen später ein erhöhter Asbestanteil festgestellt wurde. „Es handelte sich hierbei um Materialanalysen der tiefen Gesteinsschichten und nicht um Luftgütemessungen“, so das Land. Bei Vorliegen der Ergebnisse habe man sofort gehandelt und den Steinbruch geschlossen.Umweltmediziner Hans Peter Hutter, der die vom Land eingesetzte Taskforce „Vorsorgeabklärung Luftqualität“ leitet, hielt fest, dass die Teilnehmer sich nur wenige Stunden im Steinbruch aufgehalten hätten, was als „gesundheitlich vernachlässigbar“ anzusehen sei. Die Schülerinnen und Schüler seien, nicht wie von Greenpeace behauptet, vergraben worden, sondern hätten sich in mit Decken ausgestatteten Holzummantelungen aufgehalten.