03.01.2026 13.59Online seit heute, 13.59 UhrNEOS-Fraktionsführerin Sophie Wotschke sieht für den Mitte Jänner startenden U-Ausschuss rund um die Causa des verstorbenen Justiz-Sektionschefs Christian Pilnacek viel Aufklärungswürdiges.So stelle sich etwa die Frage, warum im Ermittlungsverfahren eigentlich alle Datenträger verschwunden sind bzw. nicht ordentlich ausgewertet wurden, wie Wotschke im APA-Interview betonte. Auch möchte sie klären, inwieweit auf den ehemaligen Sektionschef politischer Druck ausgeübt wurde.Schließlich habe dieser selbiges in dem „Mattura-Tape“ behauptet, also in jener Tonbandaufnahme, die von dem Unternehmer Christian Mattura in einem Wiener Lokal aufgenommen wurde und auf der Pilnacek Interventionen der ÖVP beklagt hatte, namentlich vom früheren Innenminister und ehemaligen Nationalratspräsidenten Wolfgang Sobotka.„Vielleicht erfolgreicher Versuch politischer Einflussnahme“„Die These ist, dass es entweder den Versuch oder vielleicht sogar einen erfolgreichen Versuch gegeben hat von politischer Einflussnahme von Parteien auf Christian Pilnacek“, so Wotschke.Neben dem „Mattura-Tape“ gibt es für die NEOS- Fraktionssprecherin einen weiteren „Anhaltspunkt“ dafür, nämlich die Aussage von Pilnaceks Witwe, „die sagt, sie hat das Handy vernichtet, weil es hat ihr so viel Kummer bereitet“. Denn es sind ja bereits auf dem 2021 sichergestellten Diensthandy von Pilnacek Sprachnachrichten oder SMS gewesen, „die von einer Kultur gezeugt haben, die so bei einer unabhängigen Justiz nicht sein dürfte“, sagte Wotschke.NEOS wollen ÖVP nicht schonenKoalitionspartner ÖVP will NEOS jedenfalls nicht schonen. Im Koalitionsabkommen sei festgehalten, dass man sich in U-Ausschüssen abspreche, so Wotschke: „Das betrifft allerdings lediglich die Prozessebene. Also bei Geschäftsordnungsdingen, bei der Frage, wen laden wir, welche Akten wollen wir, wie sieht die Redeordnung aus, da brauchen wir ein Einverständnis in der Koalition.“Inhaltlich stehe aber jede Fraktion „für sich selbst“, unterstrich die NEOS-Fraktionsführerin: „Und NEOS stehen da weiterhin für schonungslose Aufklärung.“Nicht nachvollziehen kann Wotschke die Kritik von ÖVP-Fraktionsführer Andreas Hanger an den Kosten des geplanten Lokalaugenscheins am Fundort der Leiche an einem Nebenarm der Donau. Bei den Extrakosten handle es sich „de facto um zwei Reisebusse“, erklärte sie.