04.01.2026 10.18Online seit heute, 10.18 UhrDer Iran hat wegen einer neuen Welle regierungskritischer Proteste das Internet eingeschränkt. Daten des IT-Unternehmens Cloudflare zeigten gestern zeitweise einen Einbruch des Web-Traffics um etwa ein Drittel. Heute Früh war das Volumen knapp 15 Prozent niedriger als üblicherweise zu erwarten. In Sozialen Netzwerken berichteten viele Iraner und Iranerinnen von signifikanten Internet-Störungen.Der Iran hatte das Internet auch bei vergangenen Massenprotesten – etwa 2009, 2019 und 2022 – sowie während der Angriffe des israelischen Militärs im Juni vergangenen Jahres teils stark eingeschränkt. Zeitweise wurde es komplett abgeschaltet – zugänglich blieben nur ausgewählte iranische Webseiten.Zwei Ziele verfolgtLaut Beobachtern verfolgt die Führung der Islamischen Republik mit der Einschränkung des Internets zwei Ziele. Zum einen soll es Demonstranten erschweren, Proteste zu organisieren. Zum anderen soll die Veröffentlichung von Berichten, Fotos und Videos über die Unruhen unterdrückt werden. Die vor allem von einer Wirtschaftskrise und sehr hoher Inflation ausgelösten landesweiten Proteste dauern inzwischen seit gut einer Woche an.Augenzeugen berichten über ToteGestern kam es nach Angaben von Augenzeugen im Westen des Landes zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Demonstrierenden und Sicherheitskräften. Augenzeugen in der Provinz Ilam berichten von mehreren Toten und ebenso vielen Verletzten in der Kleinstadt Malekschahi. Zudem seien mehrere Demonstrierende festgenommen worden.Da die Behörden keine genauen Zahlen zu Festnahmen und Todesfällen nennen, lassen sich die Berichte in den sozialen Netzwerken sowie die vorliegenden Aussagen von Augenzeugen nicht unabhängig verifizieren. Die Polizei spricht jedoch von einem „bewaffneten Aufstand“, der konsequent bekämpft werden müsse.Auch in der Hauptstadt Teheran berichteten Augenzeugen von einer neuen Verhaftungswelle gegen die Demonstrierenden. Besonders im Stadtzentrum und in der Nähe der Universität Teheran soll es erneut zu heftigen Protesten und Zusammenstößen mit Polizei und Sicherheitskräften gekommen sein. Es soll auch zu Festnahmen gekommen sein.Chamenei fordert HärteDen Augenzeugen zufolge könnte die Rede des obersten Führers Ali Chamenei die Sicherheitskräfte ermutigt haben, in Ilam härter gegen die Demonstrierenden vorzugehen.In seiner ersten Stellungnahme zu den Protesten hatte Chamenei jeglichen Dialog mit den „Unruhestiftern“ abgelehnt und strenge Maßnahmen gegen sie gefordert. Die Proteste bezeichnete er als Verschwörung in- und ausländischer Feinde des Iran, die konsequent unterbunden werden müsse. Zurück zur StartseiteORF.atNicht alle Bilder konnten vollständig geladen werden. Bitte schließen Sie die Druckvorschau bis alle Bilder geladen wurden und versuchen Sie es noch einmal.