Kiew wirft Budapest „Geiselnahme“ vor

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06.03.2026 07.27Online seit heute, 7.27 UhrDer Streit zwischen Ungarn und der Ukraine um den Transit von Öllieferungen aus Russland hat mit einem Geiselnahmevorwurf aus Kiew eine neue Eskalationsstufe erreicht.„Heute in Budapest haben die ungarischen Behörden sieben ukrainische Staatsbürger als Geiseln genommen“, behauptete der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha auf der Plattform X. Der Vorgang sei kriminell, klagte er. Bei den Festgenommen handelt es sich um Mitarbeiter einer ukrainischen Staatsbank. Zudem sollen die ungarischen Behörden Geld in Millionenhöhe und Goldbarren konfisziert haben.Kiew: Mitarbeiter begleiteten GeldtransporterDer ukrainischen Darstellung nach haben die Ukrainer als Mitarbeiter der Oschadbank (Staatliche Sparbank der Ukraine, Anm.) Geldtransporter begleitet. Die GPS-Vorrichtungen der Fahrzeuge seien im Stadtzentrum von Budapest direkt neben dem Gebäude von Sicherheitsorganen geortet worden, teilte die Bank mit.Demnach befanden sich in den Wagen 40 Millionen US-Dollar, 35 Millionen Euro und neun Kilogramm Gold. Die Wertsachen seien im Rahmen einer Übereinkunft mit der Raiffeisenbank transportiert und entsprechend deklariert worden, heißt es aus Kiew. Die Grundlage der Festsetzung sei unklar.Streit um Öl und EU-MillionenHintergrund des Skandals ist der Streit zwischen Ungarn und der Ukraine um Öllieferungen aus Russland. Diese liefen bis zuletzt über die Druschba-Pipeline auch über ukrainisches Gebiet. Nach einer Beschädigung der Pipeline infolge russischer Angriffe forderte die kurz vor der Wahl stehende Regierung in Budapest Kiew zur schnellen Reparatur und Wiederaufnahme des Transits auf.Der ukrainischen Darstellung nach ist eine schnelle Reparatur nicht möglich, was in Ungarn – und auch der benachbarten Slowakei – auf Unglauben stößt.Um den Druck zu erhöhen, hat Ungarn die Vergabe eines Millionenkredits der EU an die Ukraine blockiert, der für das von Russland angegriffene Land überlebenswichtig ist. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj drohte daraufhin Ungarns Regierungschef Viktor Orban sogar mit eigenen Soldaten. Zurück zur StartseiteORF.atNicht alle Bilder konnten vollständig geladen werden. Bitte schließen Sie die Druckvorschau bis alle Bilder geladen wurden und versuchen Sie es noch einmal.