07.03.2026 10.45Online seit heute, 10.45 UhrDie Caritas warnt bei der von der Regierung geplanten Sozialhilfereform vor Einschnitten und fordert eine Einbindung der Sozialorganisationen bei der Umsetzung. Grundsätzlich positiv sei das Vorhaben, die derzeit in allen Bundesländern unterschiedliche Handhabung bundesweit zu vereinheitlichen.Man sehe aber im Regierungsprogramm auch „echte Bedrohungen“, denn es sei offenbar geplant, die Sozialhilfe durchgehend zu kürzen, so Caritas-Generalsekretärin Anna Parr heute gegenüber der APA.Die von der ÖVP-SPÖ-NEOS-Bundesregierung im Rahmen der „Sozialhilfe neu“ angepeilte bundesweite Vereinheitlichung der Sozialhilfe bzw. Mindestsicherung sei eine „langjährige Forderung“ der Caritas, sagte Parr. Lediglich bei den Wohnkostenzuschüssen gebe es sachliche Gründe, je nach Region zu differenzieren.Warnung vor Nivellierung nach untenGleichzeitig warnte sie davor, dass eine Vereinheitlichung zu einer weiteren Nivellierung nach unten führen könnte. Obwohl die Planungen derzeit noch sehr unkonkret seien, sei schon jetzt absehbar, dass offenbar geplant ist, die Sozialhilfe durchgehend zu kürzen. „Das ist auch Realpolitik“, sagte Parr.Denn die Bundesländer würden ja, seitdem der Reformprozess gestartet wurde, „mit lauter Einzelreformen vorpreschen“, verwies sie auf die 2025 und 2026 von der Mehrzahl der Bundesländer via Landesgesetzgebung beschlossenen Verschärfungen bei den Zugangshürden, aber auch auf andere Einschnitte.„Einzelfälle“ diskutieren, aber nicht generell kürzenIn der Diskussion um Einzelfälle, in denen Familien mit vielen Kindern hohe Sozialhilfebeträge beziehen, appellierte Parr dafür, diese nicht dafür heranzuziehen, die gesamte Sozialhilfe zu kürzen „und 200.000 Menschen in eine existenzbedrohende Situation zu bringen“.Die Einzelfälle könne man sich natürlich genauer anschauen, vorstellbar wäre eine Staffelung mit geringeren Beträgen für mehrere Kinder prinzipiell schon. Es gebe „durchaus Argumente zu sagen, ab X Kindern kann man und soll man über degressive Sätze nachdenken“.Als besonders kritisch sieht Parr, dass die Regierung die Familienbeihilfe auf die Sozialhilfe anrechnen will: „Angerechnet heißt nichts anderes als eine Kürzung.“