Mutter und Tochter starben zu Weihnachten: Mordverdacht in Italien

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01.04.2026 09.55Online seit heute, 9.55 UhrDer Tod einer Mutter und ihrer Tochter infolge eines Weihnachtsessens in der süditalienischen Provinz Campobasso im vergangenen Jahr hat nun zu Mordermittlungen geführt. Das berichteten italienische Medien heute.Zunächst war angenommen worden, dass die 15-jährige Tochter und ihre 50-jährige Mutter an einer schweren Lebensmittelvergiftung verstorben waren. Der Familienvater und ehemalige Bürgermeister von Pietracatella war damals ebenfalls ins Krankenhaus eingeliefert, erholte sich aber. Die älteste Tochter war bei dem Weihnachtsessen nicht dabei.Die Causa hatte rund um die Jahreswende zu Ermittlungen gegen fünf Ärzte wegen Verdachts auf fahrlässige Tötung eingeleitet. Die Familie hatte sich bereits zweimal in der Notaufnahme des Krankenhauses vorgestellt, war aber wieder nach Hause geschickt worden. Die Auswertung neuer Labortests brachten zuletzt aber eine Wende in der Causa: Nach Angaben aus Ermittlerkreisen wurden die Verstorbenen mit Rizin vergiftet.Spuren des hochgiftigen Stoffs seien in Blutanalysen nachgewiesen worden, die sowohl in Italien als auch in spezialisierten Laboren im Ausland durchgeführt worden sind. Die Substanz wurde laut den Ermittlern im Blut sowie in den Haaren der Toten nachgewiesen. Die Analysen wurden im Antigiftzentrum in der Stadt Pavia sowie in einem spezialisierten Labor in der Schweiz durchgeführt.Rizin ist ein hochgiftiger, natürlicher Stoff, der in den Samen der Rizinuspflanze enthalten ist. Es handelt sich um ein Protein, das die Zellfunktion blockiert und zum Absterben von Zellen führt, wodurch schwere Schäden an lebenswichtigen Organen entstehen. Da Rizin nicht frei verfügbar ist und spezielles Wissen zu seiner Herstellung erfordert, gehen die Behörden von einer geplanten Tat aus. Ermittelt wird im familiären Umfeld der Toten.