14.01.2026 11.12Online seit heute, 11.12 UhrDas Büro der Vaterlandspartei der früheren ukrainischen Ministerpräsidentin Julia Timoschenko in Kiew ist heute von Ermittlern der Nationalen Antikorruptionsbehörde (NABU) durchsucht worden.NABU und die Spezialisierte Antikorruptionsstaatsanwaltschaft (SAP) informierten über eine Verdachtsmitteilung zur Chefin einer Parlamentsfraktion. Sie soll das Abstimmungsverhalten von Abgeordneten anderer Parlamentsgruppen mit Geldzahlungen beeinflusst haben.Timoschenko schrieb nach der Razzia auf Facebook: „Über 30 bis an die Zähne bewaffnete Männer haben ohne Vorlage jeglicher Dokumente faktisch das Gebäude besetzt und die Mitarbeiter als Geiseln genommen.“Sie bezeichnete die Maßnahme als „PR-Aktion“ und wies „alle absurden Anschuldigungen kategorisch zurück“. Es seien Telefone, Parlamentsdokumente und „persönliche Ersparnisse“ beschlagnahmt worden.Timoschenko drohen bis zu zehn Jahre Gefängnis. Sie ist Chefin der mit 25 Abgeordneten drittstärksten Fraktion ihrer Vaterlandspartei im Parlament mit derzeit de facto 424 vergebenen Sitzen. Die Vaterlandspartei ist in Opposition.Timoschenko prägte die Politik der Ukraine viele Jahre mit. 2005 und von 2007 bis 2010 war sie Ministerpräsidentin. Dreimal scheiterte die inzwischen 65-Jährige bei Präsidentschaftswahlen. Zwischen 2011 und 2014 saß sie nach einer Verurteilung wegen Amtsmissbrauchs im Gefängnis. Die Verfahren gegen Timoschenko wurden damals international als politisch motiviert kritisiert.