Signa Holding: Keine Urteilsanfechtung

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04.05.2026 13.49Online seit heute, 13.49 UhrDer Insolvenzverwalter der Signa Holding, Christoph Stapf, wird das Urteil des internationalen Schiedsgerichts ICC in Genf, wonach dem Signa-Gläubiger Mubadala aus Abu Dhabi rund 700 Millionen Euro zustehen, nicht anfechten.Gemeinsam mit einer Anwaltskanzlei prüfte Stapf den Schiedsspruch und verwies auf das hohe Kostenrisiko sowie die schiedsfreundliche Spruchpraxis des Schweizer Bundesgerichts.Nach Ansicht des Insolvenzverwalters ist die Vollstreckung der Entscheidung des Schiedsgerichts in Österreich dennoch fraglich. Dafür führt Stapf in seinem aktuellen Bericht zur Signa Holding, welcher der APA vorliegt, zwei Gründe an: einerseits die abweichende Rechtsmeinung eines der Mitglieder des Schiedsgerichts und andererseits die „fehlende beziehungsweise fehlerhafte Auseinandersetzung des Schiedsgerichts mit grundlegenden Bestimmungen des österreichischen Insolvenzrechts“.Man stehe mit den österreichischen Vertretern der Gläubiger allerdings in Verbindung, um weiteren Prozessaufwand zu vermeiden.Streitwert von 160 MillionenRund 8,7 Millionen Euro konnten bisher zugunsten der Insolvenzmasse vereinnahmt werden, teilte Stapf mit. Weitere Anfechtungen sowie Haftungs- und Schadenersatzansprüche mit einem Streitwert von rund 160 Millionen Euro sind noch anhängig.Bei der Prüfung und Koordinierung möglicher Haftungsansprüche gegenüber Wirtschaftstreuhändern, Steuerberatern und beratenden Rechtsanwälten stimme sich Stapf mit den Insolvenzverwaltern der Signa Development Selection und der Signa Prime Selection ab. Stapf will aber auch die Beiräte und Berater der Signa Holding in die Pflicht nehmen.Mit der BDO Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft einigte sich Stapf bereits auf einen Vergleich in Höhe von 1,4 Millionen Euro. Bei der TPA Steuerberatung geht es indes um 9,2 Millionen Euro.Prominente BeraterVon Ex-Kanzler Alfred Gusenbauer und dessen Gusenbauer Projektentwicklung & Beteiligung GmbH will der Insolvenzverwalter ebenfalls Geld zurück. In diesem Fall geht es um rund fünf Millionen Euro. Die Verhandlung wird sich jedoch noch über einige Monate hinziehen.Aber auch Ex-Bank-Austria-Generaldirektor Karl Samstag und seine A&I Beteiligung und Management GmbH sollen zur Kasse gebeten werden. Hier forderte Stapf im Weg der gerichtlichen Anfechtung Zahlungen in Höhe von 396.000 Euro zurück. Der erste Verhandlungstermin musste jedoch wegen einer Erkrankung des Beklagten auf November 2026 verschoben werden.Einigung mit einer StiftungDer Streit mit der INGBE-Stiftung über 46,4 Millionen Euro konnte hingegen mit einem gerichtlichen Vergleich beendet werden. Allerdings hat man hier Stillschweigen über die Details vereinbart.Knapp 74 Millionen Euro entfallen insgesamt auf Verfahren gegenüber der Laura Privatstiftung. Durch die Insolvenzeröffnung bei der Privatstiftung wurden diese Verfahren unterbrochen. Die Forderungen werden jedoch, so Stapf, im Konkursverfahren angemeldet.11,7 Millionen Euro sollen von der früheren Laura Holding in die Insolvenzmasse fließen. Da das mittlerweile in Herkules Holding umbenannte Unternehmen den Klagsanspruch bestreitet, kommt es auch hier zu einem Feststellungsprozess.