04.05.2026 15.44Online seit heute, 15.44 UhrAn der 61. Kunstbiennale in Venedig, die am 9. Mai beginnt, wird der Iran nicht teilnehmen. Das teilten die Organisatoren der Biennale heute mit. Die Biennale steht derzeit im Zentrum internationaler Kontroversen.Auslöser ist unter anderem die Entscheidung, den russischen Pavillon wiederzueröffnen – allerdings ohne öffentlichen Zugang. Lediglich für die Presse wird er offen sein. Die Ausstellung gilt damit bereits vor ihrer Eröffnung als politisch stark belastet.Acht Staaten sind erstmals bei der Kunstbiennale in Venedig vertreten: Guinea, Äquatorialguinea, Nauru, Katar, Sierra Leone, Somalia, Vietnam und die Seychellen. El Salvador richtet zudem erstmals einen eigenen Pavillon aus. Der Österreich-Pavillon wird heuer von der Performerin und Choreografin Florentina Holzinger bespielt.Mit der Kunstbiennale wird Venedig erneut zum Treffpunkt der internationalen Kunstszene. Sammler, Kuratoren, Galeristen und Künstler reisen aus aller Welt an. Zahlreiche parallel stattfindende Veranstaltungen prägen das Programm, die meisten davon sind nur auf Einladung zugänglich.Wegen des Krieges gegen die Ukraine wurde der russische Pavillon in den vergangenen vier Jahren von Russland nicht genutzt. Jetzt soll dort Kunst gezeigt werden, deren Macherinnen Verbindungen in den Kreml haben. Israel wird in Venedig vom israelisch-rumänischen Künstler Belu-Simion Fainaru vertreten. An Israels militärischem Vorgehen gibt es international ebenfalls viel Kritik.Vergangene Woche erklärte die Jury dann, dass weder Russland noch Israel mit einem Preis rechnen könnten. Daraufhin schickte die italienische Regierung „Inspektoren“ nach Venedig. Zuvor schon hatten Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und Kulturminister Alessandro Giuli angekündigt, der Eröffnung fernzubleiben.Wenige Tage vor Beginn trat die internationale Jury schließlich im Streit über den Umgang mit Russland und Israel geschlossen zurück. Die groß geplante Eröffnungsfeier fällt ebenso aus wie die übliche Vergabe der Goldenen Löwen. Preise werden jetzt erst zum Ende der Biennale im November vergeben, aber nicht mehr von einer Jury, sondern durch eine Abstimmung unter dem Publikum.