04. März 2026In Europa gibt es unterschiedliche Haltungen zum Angriff der USA und Israels auf den Iran. Kanzler Merz betonte im Gespräch mit US-Präsident Trump am Dienstag, dass man sich einig sei, dass das Regime in Teheran beseitigt werden müsse. Großbritannien hatte den USA anfangs verweigert, britische Stützpunkte für Iran-Einsätze zu nutzen - lässt dies nun aber begrenzt zu. Spaniens Premier Sánchez sprach sich hingegen klar gegen den Militärschlag aus und nannte ihn einen Verstoß gegen das Völkerrecht. Iran-KriegAlle Zitate öffnen/schließen La Repubblica (IT) / 04. März 2026La RepubblicaLand des MediumsItalienSprache des MediumsItalienischArt des MediumsTageszeitungErscheinungsweisetäglichVerbreitungsgebietlandesweitPolitische AusrichtunglinksliberalAuflage137.000(2022)Herausgeber/VerlagGruppo Editoriale L’Espresso SpAOnline-BezahlmodellInhalte teilweise kostenpflichtigStatt Einigkeit gegenseitige DolchstößeDas Treffen zwischen Merz und Trump in Washington lässt La Repubblica erschaudern:„Nicht nur, weil Präsident Trump gestern die europäischen Länder, die ihm nicht gehorchen, frontal angriff und sogar mit einem Embargo gegen Spanien und dem Ende der Sonderbeziehung zu Großbritannien drohte, sondern auch wegen des Erdbebens, das seine Aggression unter seinen Verbündeten auslöst. Bundeskanzler Merz, sichtlich beschämt über die Tirade seines Gastgebers vor dem Kamin im Oval Office, pflichtete ihm bei, um ihn zu beschwichtigen, und wiederholte dessen Vorwurf, Madrid investiere nicht genug in die Verteidigung. Madrid dürfte diesen Dolchstoß in den Rücken wenig geschätzt haben. Sollte sich diese Dynamik wiederholen und jedes einzelne EU-Mitglied auf Kosten seiner Nachbarn in Deckung gehen, wären Brüssels Tage gezählt.“Paolo Mastrolilli Zum Originalartikel El País (ES) / 03. März 2026El PaísLand des MediumsSpanienSprache des MediumsSpanischArt des MediumsTageszeitungErscheinungsweisetäglichVerbreitungsgebietlandesweitPolitische AusrichtunglinksliberalAuflage92.000 (2020)Herausgeber/VerlagPrisaOnline-BezahlmodellInhalte teilweise kostenpflichtigGemeinsame Antwort muss gesucht werdenSpanien sollte innerhalb Europas nicht ausscheren, fordert El País:„Die spanische Regierung muss sich um eine gemeinsame Position in Europa bemühen. Angesichts der tiefen Differenzen zwischen vielen Ländern wäre es naiv, die Schwierigkeit dieses Vorhabens zu unterschätzen. Es wäre aber ein Fehler, nicht weiterhin nach Gemeinsamkeiten zu suchen. Vor allem muss Spanien zur Verteidigung der Interessen der europäischen Verbündeten gegenüber dem verabscheuungswürdigen iranischen Regime beitragen, auch wenn es den Angriff auf den Iran ohne rechtliche Legitimation ablehnt. … Deutschland, das Vereinigte Königreich und Frankreich haben ihre Einigkeit bewiesen. … Die beste europäische Antwort ist eine einheitliche Antwort, nicht 27 separate.“ Zum Originalartikel The Independent (GB) / 02. März 2026The IndependentLand des MediumsGroßbritannienSprache des MediumsEnglischArt des MediumsOnlineportalErscheinungsweisetäglichVerbreitungsgebietlandesweitPolitische AusrichtunglinksliberalAuflage63.000 (2014)Visits50.000.000 – 100.000.000Herausgeber/VerlagIndependent Digital News and Media LtdOnline-BezahlmodellInhalte teilweise kostenpflichtigBritische Zurückhaltung ist angebrachtEs ist richtig, dass Premier Keir Starmer Großbritannien aus dem Krieg heraushält, findet The Independent:„Es ist davon auszugehen, dass diese Entscheidung auf dem rechtlichen Hinweis beruht, dass ein schwerer militärischer Angriff eines Staates auf einen anderen ohne von dort unmittelbar drohende Aggression völkerrechtswidrig ist. Er verstößt gegen die Charta der Vereinten Nationen und bedeutet eine Rückkehr zu dem gefährlichen Prinzip des Rechts des Stärkeren. ... Der Schutz der britischen Interessen in der Region und das Ansinnen, die eigene Glaubwürdigkeit als verantwortungsvolles Mitglied der internationalen Gemeinschaft zu wahren, sind mehr als ausreichende Gründe für die britische Regierung, den USA die Nutzung von Militärbasen auf britischem Territorium für Bombardements zu verweigern.“ Zum Originalartikel TVNet (LV) / 04. März 2026TVNetLand des MediumsLettlandSprache des MediumsLettischArt des MediumsOnlineportalErscheinungsweisetäglichVerbreitungsgebietlandesweitPolitische AusrichtungliberalVisits500.000 – 1.000.000Herausgeber/VerlagPostimees GruppOnline-BezahlmodellInhalte teilweise kostenpflichtigDreierbund springt in die BrescheFür TVNet ist es offensichtlich, dass die E3-Staaten, also Deutschland, Frankreich und Großbritannien, und nicht die EU die führende Rolle übernommen haben:„Diese Dynamik erinnert an frühere Krisen, in denen die europäische Sicherheitspolitik nicht über das institutionelle Zentrum Brüssel, sondern über einen Kern von Großmächten gesteuert wurde. Sollte die E3 eine aktivere Rolle einnehmen, könnte dies die faktische Etablierung eines neuen Sicherheitszentrums in Europa bedeuten – mit Frankreich und Deutschland als politischer Achse und Großbritannien als militärisch starkem Partner außerhalb der EU-Strukturen. ... Die Frage ist: Handelt es sich dabei um eine vorübergehende Lösung in einer Notsituation oder um einen strukturellen Wandel der europäischen Sicherheitsarchitektur?“Linda Anna Dāldere Zum Originalartikel De Volkskrant (NL) / 04. März 2026De VolkskrantLand des MediumsNiederlandeSprache des MediumsNiederländischArt des MediumsTageszeitungErscheinungsweisetäglichVerbreitungsgebietlandesweitPolitische AusrichtunglinksliberalAuflage206.000 (2023)Visits500.000 – 1.000.000Herausgeber/VerlagDe Persgroep NederlandOnline-BezahlmodellInhalte teilweise kostenpflichtigDem Lauf der Dinge ausgeliefertEuropas Machtlosigkeit schmerzt De Volkskrant:„Europa hat weder die militärischen Möglichkeiten noch den Willen, Iran selbst anzugreifen. Aber es ist auch nicht in der Lage, das Völkerrecht konsequent zu verteidigen. ... Wenn der Krieg in Iran in Chaos ausartet – und die Wahrscheinlichkeit ist groß –, wird Europa die Folgen spüren, möglicherweise in Form von Flüchtlingen, hohen Energiepreisen und Terrorismus. Europa steht jedoch an der Seitenlinie und hat keinen Einfluss auf den Lauf der Dinge. ... Militärische Macht würde Europa auch diplomatisch stärken, aber nur, wenn es einig ist. Davon kann derzeit keine Rede sein.“Peter Giesen Zum Originalartikel Tages-Anzeiger (CH) / 03. März 2026Tages-AnzeigerLand des MediumsSchweizSprache des MediumsDeutschArt des MediumsTageszeitungErscheinungsweiseMontag bis SamstagVerbreitungsgebietlandesweitPolitische AusrichtunglinksliberalAuflage103.000 (2023)Visits20.000.000 – 30.000.000Herausgeber/VerlagTX Group AGOnline-BezahlmodellInhalte teilweise kostenpflichtigSturz der Ayatollahs im europäischen InteresseDer Tages-Anzeiger gibt zu bedenken:„Sieht Europa die Welt, wie sie ist, statt wie es sie sich wünscht, erweist sich der Iran unzweifelhaft als Feind: Seit vier Jahrzehnten terrorisiert er seine Bevölkerung und seine Nachbarn, sät Gewalt, strebt nach der Atombombe, will Israel vernichten. Ein Sturz des Ayatollah-Regimes liegt nicht nur im Interesse der Menschen im Iran, sondern ebenso Europas – unabhängig davon, ob der amerikanisch-israelische 'Präventivkrieg' den Regeln des Völkerrechts genügt oder nicht.“Dominique Eigenmann Zum Originalartikel Salzburger Nachrichten (AT) / 02. März 2026Salzburger NachrichtenLand des MediumsÖsterreichSprache des MediumsDeutschArt des MediumsTageszeitungErscheinungsweiseMontag bis SamstagVerbreitungsgebietlandesweitPolitische AusrichtungchristlichAuflage80.000 (2023)Visits1.000.000 - 5.000.000Herausgeber/VerlagSalzburger Nachrichten Verlagsgesellschaft m.b.H. & Co KG / Herausgeber: Maximilian DaschOnline-BezahlmodellInhalte teilweise kostenpflichtigNur Appelle von der SeitenlinieEuropa befindet sich einmal mehr in einer Statistenrolle, kritisieren die Salzburger Nachrichten:„Was machen die Europäer? Die ringen wieder einmal darum, wie sie auf den Konflikt angemessen reagieren. In Planung oder gar Ausführung wurden sie nicht eingebunden. So blieb es bei Appellen von der Seitenlinie. Das war nicht immer so. Die Vereinigten Staaten stützten sich bei ihren Kriegen im Irak und in Afghanistan Anfang der 2000er-Jahre noch auf die Solidarität aus Europa. Der Respekt für die einst engsten Verbündeten ist Verachtung gewichen. Die Europäer seien 'jämmerlich' und 'weich geworden', hieß es von einem dem US-Präsidenten Donald Trump nahestehenden Senator, nachdem von europäischen Spitzenpolitikern kein Applaus für die Bombardierungen im Iran kam.“Thomas Sendlhofer Zum Originalartikel La Stampa (IT) / 03. März 2026La StampaLand des MediumsItalienSprache des MediumsItalienischArt des MediumsTageszeitungErscheinungsweisetäglichVerbreitungsgebietlandesweitPolitische AusrichtungliberalAuflage110.000(2023)Herausgeber/VerlagGruppo Editoriale L’Espresso SpAOnline-BezahlmodellInhalte teilweise kostenpflichtigEU außenpolitisch stummAuch La Stampa bedauert, dass sich die EU zu keiner gemeinsamen Positionierung aufraffen kann:„Die Erschütterungen aus dem Golf trafen Europa sofort. Direkt auf Zypern, einem EU-Außenposten im Mittelmeer [wo eine Drohne den Stützpunkt der britischen Luftwaffe traf]. Indirekt auf den Märkten bei den Öl- und Gaspreisen, in der Notlage Zehntausender Bürger, die in zu Kriegsgebieten gewordenen Ferienorten festsitzen, im Luft- und Schiffsverkehr. Und in der Notwendigkeit, eine Position zu beziehen, die keine leere Floskel, sondern Außenpolitik ist. ... Das erste Ortungssignal kam vom einzigen Format, das dazu in der Lage ist: den E3-Staaten Frankreich, Deutschland und Großbritannien. Schade, dass Italien – nicht weil ausgeschlossen, sondern aus eigener Überzeugung – nicht dazugehört.“Stefano Stefanini Zum Originalartikel Público (PT) / 01. März 2026PúblicoLand des MediumsPortugalSprache des MediumsPortugiesischArt des MediumsTageszeitungErscheinungsweisetäglichVerbreitungsgebietlandesweitPolitische AusrichtungliberalAuflage10.256 (2023)Visits50.000.000 – 100.000.000Herausgeber/VerlagPúblico – Comunicação Social, S.AOnline-BezahlmodellInhalte teilweise kostenpflichtigPortugals Souveränität wird verhökertDie USA haben zur Vorbereitung ihres Angriffs auch den Stützpunkt Lajes auf der portugiesischen Azoren-Insel Terceira genutzt, ohne vorher die portugiesische Regierung zu informieren. Público ist erzürnt:„Die Idee der nationalen Souveränität, die für einen illegalen Krieg verhökert wird, der einmal mehr alle noch bestehenden Überreste des Völkerrechts in die Tonne tritt, macht Portugal zu einer von Trump versklavten Nation. Trump kann mit dem [Stützpunkt-]Abkommen tun, was er will. ... Die Vorstellung, dauerhaft dem Machthaber mit der Baseballkappe unterworfen zu sein, ist unabhängig von dessen Absichten ein Angriff auf die nationale Souveränität. Wenn Donald Trump nach Grönland auch noch die Insel Terceira besetzen will, wird wahrscheinlich jemand aus der Regierung ehrerbietig anwesend sein, um ihm die Schlüssel zu übergeben.“Ana Sá Lopes Zum Originalartikel Deutsche Welle (RO) / 02. März 2026Deutsche WelleLand des MediumsRumänienSprache des MediumsRumänischArt des MediumsOnlineportalErscheinungsweisetäglichVerbreitungsgebietlandesweitPolitische AusrichtungkonservativVisits1.000.000 - 5.000.000Herausgeber/VerlagBundesrepublik DeutschlandOnline-BezahlmodellAlle Inhalte kostenfreiWegen US-Stützpunkten indirekt beteiligtRumänien ist bereits in den Krieg involviert, sagt der Rumänische Dienst der Deutschen Welle:„Rumänien ist durch seinen logistischen Knotenpunkt auf der Militärbasis Mihail Kogălniceanu indirekt daran beteiligt, was im Nahen Osten geschieht. Dort starten und landen einige der im Konflikt eingesetzten Militärflugzeuge, auch gibt es [in Deveselu] ein speziell zur Abschreckung des Iran errichtetes Raketenschild. Es geht nicht nur darum, dass wir geografisch am Rande Europas liegen, unweit der Grenze zum Nahen Osten, sondern vor allem um die alte militärische Loyalität, die wir gegenüber den Amerikanern zeigen. … Die USA haben für den Angriff auf den Iran auch andere europäische Militärstützpunkte genutzt.“Sabina Fati zur Homepage Der Tagesspiegel (DE) / 02. März 2026Der TagesspiegelLand des MediumsDeutschlandSprache des MediumsDeutschArt des MediumsTageszeitungErscheinungsweisetäglichVerbreitungsgebietregionalPolitische AusrichtungliberalAuflage108.239 (2022)Visits30.000.000 – 40.000.000Herausgeber/VerlagVerlag Der Tagesspiegel GmbHOnline-BezahlmodellAlle Inhalte kostenfreiEine historische ChanceEine aktivere Rolle Europas wünscht sich der Tagesspiegel bezüglich der Zukunft des Irans:„Man kann Trumps Narzissmus zu Recht abstoßend finden, die Lauterkeit seiner Motive bezweifeln und seine unbedingte Liebe zur amerikanischen Demokratie infrage stellen. Aber man wird kaum bestreiten können, dass für viele Iranerinnen und Iraner die neue Lage eine Chance eröffnet, wie es sie seit Jahrzehnten nicht gegeben hat. Zusammen mit den USA, Israel und den benachbarten arabischen Verbündeten sollte Europa jetzt alles dafür tun, damit aus dieser Chance eine neue Wirklichkeit wird. Der Iran wird womöglich kein demokratisches Land nach europäischem Standard werden. Aber freier und offener als jetzt. Es wäre ein wahrer historischer Erfolg.“Christian Tretbar Zum Originalartikel Expressen (SE) / 03. März 2026ExpressenLand des MediumsSchwedenSprache des MediumsSchwedischArt des MediumsTageszeitungErscheinungsweisetäglichVerbreitungsgebietlandesweitPolitische AusrichtungliberalVisits1.000.000 - 5.000.000Herausgeber/VerlagTidnings AB MariebergOnline-BezahlmodellInhalte teilweise kostenpflichtigMit fossilen Brennstoffen auf dem HolzwegExpressen fordert angesichts der steigenden geopolitischen Risiken mehr Unabhängigkeit von Gas und Öl:„Europa muss erkennen, dass eine massive Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen für Heizung und Stromerzeugung nicht tragbar ist. Der Ausstieg muss schneller erfolgen. Kernkraft und erneuerbare Energien sind der Weg in die Zukunft, ebenso wie alternative Wärmequellen wie Wärmepumpen und Fernwärme und nicht zuletzt Energieeffizienz. Die Nutzung fossiler Brennstoffe ist nicht nur schädlich für das Klima und die Umwelt. Die Abhängigkeit legt die Zukunft der Union in die Hände amerikanischer Präsidenten und despotischer Führer im Nahen Osten. Je früher Europa dies erkennt, desto besser.“ Zum Originalartikel Denník Postoj (SK) / 02. März 2026Denník PostojLand des MediumsSlowakeiSprache des MediumsSlowakischArt des MediumsOnlineportalErscheinungsweisetäglichVerbreitungsgebietlandesweitPolitische AusrichtungkonservativOnline-BezahlmodellAlle Inhalte kostenfreiWeiter auf die Ukraine konzentrierenEuropa darf wegen des Iran-Kriegs die Hilfe für die Ukraine nicht vernachlässigen, mahnt indes Denník Postoj:„Europa befindet sich heute in einer solchen militärischen und wirtschaftlichen Lage, dass ein intensives Engagement in einem langwierigen Konflikt im Nahen Osten zwangsläufig zu einer erheblichen Schwächung seiner Unterstützung für die Ukraine führen würde. Obwohl niemand legitim mit dem theokratischen Regime im Iran sympathisieren kann, sollten die europäischen Staaten das Risiko vermeiden, sich zu stark in diesen Konflikt hineinziehen zu lassen oder gar hineingezogen zu werden. Denn der Kampf der Ukraine gegen die russische Invasion ist deutlich mehr 'unser' Krieg.“Jozef Majchrák Zum Originalartikel