22.03.2026 17.51Online seit heute, 17.51 UhrMehrere tausend Menschen haben in Berlin an einer Demonstration „Gegen sexualisierte digitale Gewalt – Solidarität mit allen Opfern“ teilgenommen. Sie versammelten sich heute Nachmittag am Brandenburger Tor auf dem vollständig gefüllten Pariser Platz.Auf Plakaten stand: „Menschenrechte auch im Internet“ und „Die Scham muss die Seiten wechseln“. Die Polizei sprach von 6.700 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die Veranstalter von 13.000 Menschen.Unter den überwiegend jungen Demonstrierenden waren auch bekannte Politikerinnen wie Saskia Esken (SPD), Ricarda Lang, Lisa Paus und Katrin Göring-Eckardt (alle Grüne).„Entscheidendes Zeichen“Die Klimaschutzaktivistin Luisa Neubauer sagte in ihrer Rede: „Es ist ein so entscheidendes Zeichen, dass wir keine Sekunde Ruhe geben.“ Mehrfach betonte sie: „Ich würde mich gerne nur ums Klima kümmern. Aber es geht nicht. Nicht in dieser Gesellschaft und dieser Zeit und bei diesen Männern.“Seit fünf Jahren brauche sie Personenschutz der Polizei, wenn sie zu Demonstrationen gehe, weil es Bedrohungen von Männern gebe, sagte Neubauer. Immer wieder melde sich das LKA bei ihr, weil es Stalker gebe, real und im Internet.Eine Hilfsorganisation berichte ihr, dass das Internet voll sei mit sexualisierten Fake-Bildern von ihr. Erstellt offenbar von Männern, die Gewaltfantasien hätten, die eine Sucht hätten nach Kontrolle und Abwertung von Frauen. „Solange diese Gewalt herrscht, kämpfen wir für Gesetze, die die Täter nicht länger schützen, sondern die Opfer.“Schwere Vorwürfe gegen Christian UlmenDie Kundgebung am Brandenburger Tor fand nach Angaben der Veranstalter wegen der aktuellen Diskussion in Solidarität mit der Moderatorin und Schauspielerin Collien Fernandes statt. Hintergrund sind schwere Vorwürfe von Fernandes gegen ihren Ex-Partner, den Schauspieler Christian Ulmen, über die zuerst der „Spiegel“ berichtet hatte.Fernandes warb für die Demonstration und schrieb auf Instagram: "Sexuelle Gewalt, physische und psychische Gewalt sind weiter verbreitet, als man ahnen mag. Sie finden statt, in der Mitte unserer Gesellschaft.Ulmens Anwalt Christian Schertz kündigte rechtliche Schritte gegen die Berichterstattung an, bei der es sich „in großen Teilen um eine unzulässige Verdachtsberichterstattung“ handle. Zudem würden „unwahre Tatsachen aufgrund einer einseitigen Schilderung verbreitet“.