ORF-Stiftungsrat Lederer weist Vorwürfe zurück

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18.03.2026 18.08Online seit heute, 18.08 UhrSeit dem Rücktritt von Roland Weißmann als ORF-Generaldirektor sieht sich auch der Stiftungsratsvorsitzende Heinz Lederer mit Vorwürfen konfrontiert. Nicht nur sein Vorgehen, nachdem er Kenntnis von den Vorwürfen einer ORF-Mitarbeiterin gegen Weißmann erlangt hatte, auch seine Tätigkeit als PR-Berater stehen dabei im Zentrum.Heute verwehrte er sich in einer Aussendung gegen diverse Behauptungen, darunter auch der Vorwurf von FPÖ-Mediensprecher Christian Hafenecker.Dieser stellte per Aussendung in den Raum, dass Lederer seine „Tätigkeit im Kontrollgremium für Geschäftemacherei gegen die Interessen des ORF benutzt“ haben könnte, was Lederer „schärfstens“ zurückweist. Alle Beratungsleistungen seien hinsichtlich der Vereinbarkeit mit seiner Funktion im ORF-Stiftungsrat geprüft und stünden nicht im Widerspruch zu den Interessen des ORF, so Lederer.Verweis auf „Causa prima“Vor dem Hintergrund eines möglichen Verfalls von arbeitsrechtlichen Fristen und im Sinne aller Betroffenen drängt Lederer gleichzeitig auf eine rasche und umfängliche Klärung der „Causa prima“.Weißmann trat vor rund eineinhalb Wochen als ORF-Generaldirektor zurück. Zuvor hatte sich eine ORF-Mitarbeiterin mit Vorwürfen rund um unpassendes Verhalten von Weißmann ihr gegenüber an Lederer und seinen Stellvertreter Gregor Schütze gewandt.Weißmann weist die Vorwürfe zurück, spricht von einer Beziehung „in beidseitigem Interesse“ und will eine Strafanzeige gegen mehrere involvierte Personen bei der Staatsanwaltschaft Wien einbringen.Mitarbeiterin: „Nie eine Affäre“ mit WeißmannDie betroffene ORF-Mitarbeiterin meldete sich in einer Presseaussendung über ihre Rechtsvertretung zu Wort. Seit sie versuche, die Angelegenheit „wirkungsvoll und diskret zu lösen“, werde sie diskreditiert.Dass Weißmann nun gerichtliche Schritte androhe, „empfinde ich als ein unangenehm durchsichtiges Ablenkungsmanöver“. Und: Es habe vor allem „nie eine Affäre“ gegeben. Es sei zu keinem Zeitpunkt zu einem intimen physischen Kontakt gekommen. „Dies bin ich bereit, unter Eid zu erklären.“Dem „Falter“ legte die Frau Chatnachrichten aus 2022 vor, die laut der Wochenzeitung von herzlichen bis hin zu drängenden und expliziten Mitteilungen reichen.Externe Firma soll bei Aufklärung helfenIm ORF hat mittlerweile Ingrid Thurnher vorläufig die Geschäfte als ORF-Generaldirektorin übernommen. Sie kündigte „volle Transparenz“ an und sagte, dass es „keine Form des Machtmissbrauchs in diesem Unternehmen geben darf“.Der ORF-Stiftungsrat empfahl Thurnher die Beiziehung einer externen Firma zur Unterstützung bei der Aufklärung und die Einrichtung einer Taskforce zu Führungskultur. Die Compliance-Stelle im ORF soll sich mit den Vorwürfen gegen Weißmann befassen.