17.03.2026 23.00Online seit heute, 23.00 UhrDer zurückgetretene Ex-ORF-Generaldirektor Roland Weißmann lässt eine Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Wien einbringen. Es bestehe rund um die Vorgänge, die zum Rücktritt Weißmanns als ORF-Generaldirektor führten, der Verdacht „strafrechtlich relevanten Verhaltens mehrerer involvierter Personen“, hieß es in einer Aussendung seines Anwalts. Heute meldete sich auch die betroffene Mitarbeiterin zu Wort.Auf APA-Nachfrage wollte Anwalt Norbert Wess „nicht vorpreschen“ und konkretisierte Anzahl der Personen und vermutete Tatbestände nicht. Die Anzeige solle aber in Bälde eingebracht werden. Zuvor hatte Weißmann Wess, der auch den früheren Immobilientycoon Rene Benko vertritt, mit der Prüfung der Causa beauftragt.Weißmann bestreitet VorwürfeKonkret hatte sich Weißmann vor etwas mehr als einer Woche zurückgezogen, nachdem sich eine Mitarbeiterin mit Vorwürfen des Fehlverhaltens Weißmanns ihr gegenüber an den ORF-Stiftungsratsvorsitzenden Heinz Lederer und dessen Stellvertreter Gregor Schütze gewandt und u. a. den Rücktritt Weißmanns gefordert hatte.Daraufhin wurde Weißmann laut Lederer dazu aufgefordert, die vorgelegten Bilder, Tonaufnahmen und Nachrichten zu prüfen. Zum Rücktritt wollen die beiden Stiftungsräte ihn nicht gedrängt haben.Weißmann sieht das anders und bestreitet die Vorwürfe. Er ließ am Freitag mitteilen, dass die Beziehung zu der Frau „in beidseitigem Interesse“ gewesen sei und er bis heute keinen Überblick über das der ORF-Stiftungsratsspitze vorgelegte Material habe. Auch sei er vom ORF – derzeit ist Weißmann beurlaubt – bisher nicht angehört und von Lederer zum Rücktritt gedrängt worden.Mitarbeiterin: „Nie eine Affäre“Heute meldete sich die betroffene ORF-Mitarbeiterin in einer Presseaussendung über ihre Rechtsvertretung zu Wort. Seit sie versuche, „die Angelegenheit rund um die Affäre Weißmann wirkungsvoll und diskret zu lösen“, werde sie diskreditiert. Dass Weißmann nun gerichtliche Schritte androhe, „empfinde ich als ein unangenehm durchsichtiges Ablenkungsmanöver“. Und: Es habe vor allem „nie eine Affäre“ gegeben. Es zu keinem Zeitpunkt zu einem intimen physischen Kontakt gekommen. „Dies bin ich bereit, unter Eid zu erklären.“!Nachdem die rechtliche Aufarbeitung Zeit in Anspruch nehmen werde „und ich bis dahin die Verbreitung weiterer Unwahrheiten vermeiden möchte sowie der Öffentlichkeit ein klares Bild des Geschehenen geben möchte, habe ich mich entschieden, mich unter Wahrung meiner Identitäts- und Persönlichkeitsrechte auch an die Öffentlichkeit zu wenden“, heißt es in der Aussendung.Externe Firma soll bei Aufklärung helfenIm ORF hat mittlerweile Ingrid Thurnher vorläufig die Geschäfte der ORF-Generaldirektorin übernommen. Sie kündigte „volle Transparenz“ an und sagte, dass es „keine Form des Machtmissbrauchs in diesem Unternehmen geben darf“.Der ORF-Stiftungsrat empfahl Thurnher die Beiziehung einer externen Firma zur Unterstützung bei der Aufklärung und die Einrichtung einer Taskforce zu Führungskultur. Die Compliance-Stelle im ORF soll sich mit den Vorwürfen gegen Weißmann befassen.