20.03.2026 12.38Online seit heute, 12.38 UhrDer Integrationsmotor Arbeitsmarkt „stottert“, haben die Präsidentin der Arbeiterkammer (AK), Renate Anderl, und Foresight-Geschäftsführer Christoph Hofinger festgestellt. Eine neue Studie des Foresight-Instituts im Auftrag der AK zeigt, dass ausländische Beschäftigte in Branchen überrepräsentiert sind, in denen die Integration in die Gesellschaft nicht so leicht gelingt, erklärte Hofinger heute bei einer Pressekonferenz. Anderl will die Ergebnisse als „Weckruf“ verstanden wissen.Viele Migrantinnen und Migranten arbeiten etwa in der Beherbergung und Gastronomie, der Land- und Forstwirtschaft oder am Bau. Dabei handle es sich oft um physisch anstrengende Jobs, die ungünstige Arbeitszeiten und geringere Löhne bieten, so Hofinger.Politik und Gesellschaft würden Integration durch Leistung fordern, kommentierte Hofinger. In allen untersuchten integrativen Dimensionen seien Migranten aber unzufriedener oder erlebten stärkere Belastungen. Den Ruf nach Integration durch Leistung in der Debatte rund um zugewanderte und geflüchtete Menschen findet Anderl deshalb „fragwürdig, wenn nicht respektlos“.Die Studienergebnisse seien beschämend für Österreich. Liberalisierung, Flexibilisierung und die Zunahme atypischer Beschäftigungsverhältnisse hätten dazu geführt, dass der Arbeitsmarkt viel von seiner integrativen Kraft verloren habe.Die AK-Präsidentin forderte eine enorme Verbesserung der Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt, sowohl Betriebe als auch die Politik seien in der Verantwortung. Programme zur Unterstützung zugewanderter und geflüchteter Menschen müssten ausreichend finanziert werden. Verbesserungen seien zudem bei der Anerkennung von in anderen Ländern erworbenen Kompetenzen nötig.